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Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 07:32 Uhr

Seefahrt ist not

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Es ist fast wie im goldenen Zeitalter Schleswig-Holsteins. Damals. Als ein Eichhörnchen von Baum zu Baum springend von Pinneberg nach Klues gelangen konnte. Weil aber Menschen evolutionsbedingt schon längere Zeit nicht mehr selbst kleinste Distanzen von Baum zu Baum springend überbrücken können, sind wir in Flensburg am Scheideweg angekommen. Zurückevolutionieren geht nicht so schnell, außerdem gibt’s in Flensburg nicht mehr so viele Bäume. Hilfsmittel wie das Automobil aber sind vollkommen untauglich geworden, denn Flensburgs Straßen funktionieren auch nicht mehr.

Aus irgendeinem unerklärlichen Grund fingen die nämlich an, immer schlechter zu werden. Zur Zeit arbeite man zwar daran, diesen Zustand zu verbessern, aber seither ist im Grunde alles nur noch viel schlechter geworden. Die Leute verbringen viel Zeit in ihren Autos und sind heilfroh, dass ihnen nicht auch noch Knöllchen unter die Wischerblätter geklemmt werden. Davor konnte man wenigstens über die Krater rumpeln. Zwischenzeitlich gab es sogar mal so etwas wie Hoffnung, aber die ist wieder dahin. Am Montag wird nämlich auch noch die Zob-Kreuzung geschlossen, und die A 7 vor Hamburg soll zehn Jahre lang durch parkende Fahrzeuge versperrt werden.

Da wird es langsam Zeit, sich an alte Zeiten mit bewährten Verkehrsmitteln zu erinnern.Flensburg ist nur noch über den Seeweg zu erreichen. Und da sollen wir mal alle schön dankbar sein, dass dieser Seeweg sogar bis fast an die Zob-Kreuzung heranreicht. Für Flensburgs notorische Verkehrsprobleme ist das die Rettung und für das Klima mit steigenden Meeresspiegeln günstig. Der Lautrupsbach muss wieder schiffbar gemacht werden und der Mühlenstrom auch. Die B 199 lehrt: Straßenschäden reagieren nicht auf Geld, das man in sie investiert. Flensburg muss Weitsicht und Kühnheit verbinden und unverzüglich die Schiffshebewerke Munketoft und Fruerlund bauen. Wasserwege neigen nicht zur Kraterbildung, das spart jede Menge Kosten und Zeit. Und vielleicht wachsen dem Land ja wegen der nicht mehr benötigten Straßen ein paar Bäume. Dann klappt’s irgendwann auch wieder mit der Liane. . .

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