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Sturm in Flensburg : Sebastian verschont die Stadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der erste Herbststurm des Jahres verursacht nur geringe Schäden in Flensburg – Schulen schicken Kinder früher nach Hause

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2017 | 06:24 Uhr

„Sebastian“ ging gnädig mit Flensburg um. Einige Bäume stürzten um oder wurden gefällt, um Schlimmeres zu verhindern. Dabei hatte eine Warnung aus dem Rathaus Übles befürchten lassen. Die Stadt riet allen Bürgern, zwischen 14 und 20 Uhr das Haus nicht zu verlassen und schloss alle städtischen Kitas. Viel Wind um nichts?

Man erinnere sich: Sturm Christian hatte 2013 verheerende Schäden in der Stadt verursacht. Damals hatte es keine ausreichenden Vorkehrungen gegeben. Am 28. Oktober war das Dach der Universität auf einen Pavillon gekracht, die Kupferkuppel von der AVS gestürzt, das Dach der Werfthalle schwer beschädigt, in Klues ein Mensch von einem Baum erschlagen worden.

Diesmal sollte niemand vom Sturm überrascht werden. Und so schickten in der Folge der städtischen Warnung die meisten Schulen ihre Kinder früher nach Hause. Kurz nach Mittag schlossen alle Museen, am frühen Nachmittag auch die Stadtbibliothek. Veranstaltungen wurden kurzfristig abgesagt.

Um kurz vor 13 Uhr gehen die ersten Meldungen ein. Bäume in vollem Laub und nasse Böden machen weniger tief verwurzelte Bäume besonders angreifbar. In der Straße Friedheim droht eine große Eiche, vom Sturm umgeweht zu werden. Um Gefahren für Autofahrer und Fußgänger abzuwenden, fällt die Berufsfeuerwehr den Baum. Die Straße ist kurzfristig gesperrt. Ebenfalls im Stadtteil Mürwik stürzt in der Straße Schöne Aussicht ein Baum quer über die Straße. Auch hier kommt die Feuerwehr mit einer Kettensäge zum Einsatz. Am Adelbyer Kirchenweg fällt gegen 13.50 Uhr ein sechs Meter langer Ast vor ein Mehrfamilienhaus. Am Wilhelminental kippt wenig später ein Baum auf die Straße, die mit dem Auto zunächst nicht mehr passierbar ist. Umgestürzte Bäume auch an der B200 / Ausfahrt Rude, am Holzkrugweg in Weiche, an der Fördestraße, Abzweigung Solitüde. Und an der Exe, Ecke Schützenkuhle, weht eine Baustellensicherung davon.

Für die Schulen hat die Sturmlage nur geringe Auswirkungen. Das Fördegymnasium schickt um 13 Uhr alle Schüler nach Hause. Das Alte Gymnasium und die Auguste-Viktoria-Schule sprechen sich ab, damit nicht alle zur gleichen Zeit an den Bushaltestellen warten. Das Alte Gym entlässt seine Schüler um 12.15 Uhr, die AVS etwas später um 12.55 Uhr. Etwas komplizierter ist die Lage an der Kurt-Tucholsky-Schule (KTS). Schulleiter Ingwer Nommensen überlegt, wie man mit der Situation am besten umgehe. Man könne schlecht 1000 Schüler auf einmal nach Hause schicken: „So schnell bekomme ich die Busse gar nicht hierher.“ Die KTS hat traditionell einen besonders hohen Anteil auswärtiger Schüler. „Die Fünftklässler sind ohnehin um 13 Uhr weg.“ Er müsse genau abwägen, „welche Entscheidung jetzt das größere Chaos verursacht“.

Kurz nachdem die Sturmwarnung der Verwaltung veröffentlicht ist, läuft Arnd Reinke durch das Haus II seiner Goethe-Schule, um die Schüler zu informieren. Die hätten sich, wie Schüler so sind, natürlich gefreut über den Schulschluss nach der sechsten Stunde. „Unterrichtszeit ist nun mal wertvolle Zeit“, erklärt der Schulleiter, warum es ihm nicht leicht falle, die Schule danach ausfallen zu lassen. Eltern, die ihre Kinder früher abholen wollten, durften das selbstverständlich, sagt Reinke. Beim Sturm Christian vor vier Jahren habe die Schule bis 18 Uhr eine Betreuung gestrandeter Goethe-Schüler eingerichtet, erinnert er sich, während gestern am frühen Nachmittag der Schulleiter schon fast allein im Hause war.

Während das Campuskino abgesagt wird, findet das Grillen ab 17 Uhr in der großen Mensa statt. „Draußen ist es doch etwas zu ungemütlich“, heißt es. Den Hochschul-Studierenden, die in dieser Woche Prüfungen schreiben und die gestern vom Unwetter überrascht werden, stehen bis zum Abend der Hörsaal 14 und das Foyer als sichere Aufenthaltsorte zur Verfügung, berichtet Kristof Gatermann von der Pressestelle. Diejenigen, deren Prüfungen nach 16 Uhr an der Reihe sind, können entscheiden, ob sie kommen oder nachschreiben.



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