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Stolperfalle Mathildenstrasse : Schwerer Sturz am Wasserturm

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Magdalena Jacobsen knickte in der Mathildenstraße um und stürzte ungebremst zu Boden. Nun fordert die Rentnerin Schadensersatz vom Technischen Betriebszentrum für ihre zerstörte Brille.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Flensburg | Sie wollte nur schnell ihr Leergut in den Glascontainer an der Mathildenstraße werfen – und danach ein paar Einkäufe erledigen. Doch dazu kam es nicht mehr. Magdalena Jacobsen knickte mit ihrem Fuß um, als sie am Montagvormittag an einer gepflasterten Auffahrt zum Wasserturm ins Stolpern kam und aus der Balance geriet. Sie stürzte ungebremst zu Boden. Mit dem Gesicht auf die Steine, die Brille überlebte den Unfall nicht.

Blutend eilte die Rentnerin nach Hause – sie wohnt mit ihrem Mann schräg gegenüber im Mathildenhof. „Man konnte ihre Spur verfolgen“, sagt Ingo Christiansen, „alles voller Blut.“ Er versorgte seine Frau, so gut es eben ging. Die 73-Jährige trug schwere Blessuren davon. Eine tiefer Riss auf dem Nasenrücken, Beulen und Schürfwunden im gesamten Gesicht, dazu der Schock.

Ingo Christiansen inspizierte daraufhin den Ort des Geschehens genauer. Und stellte fest, dass die Steine nach seiner Auffassung zu weit auseinander gepflastert seien, die Fugen zum Teil tief ausgespült. „Eine Stolperfalle, die schon mehreren älteren Menschen zum Verhängnis geworden ist“, sagt der gelernte Dreher und frühere Werft-Mitarbeiter, der sich selbst als handwerklich versiert einschätzt. Damit spielt er auf das in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Seniorenwohnheim des SBV an.

Noch am gleichen Tag rief Christiansen beim verantwortlichen Technischen Betriebszentrum (TBZ) an und vereinbarte einen Ortstermin. Ein Mitarbeiter nahm Maß, machte Fotos. Und erklärte, dass bei Natursteinen eine exakte Verlegung und Verfugung schlechterdings nicht umzusetzen sei wie etwa bei Betonsteinpflaster.

Am Mittwoch wurde Christiansen erklärt, dass sich das TBZ nicht in der Pflicht sehe. „Ich verzichte auf Schmerzensgeld, will nur, dass die Gefahrenquelle eliminiert wird und die Brille ersetzt“, sagt der Flensburger. 350 Euro betrage der Schaden.

TBZ-Sprecher Ralf Leese bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass diese Forderung unerfüllbar sei. „Dann müssten wird das gesamte Verlegesystem von Großpflaser in der Stadt in Frage stellen.“ Freilich sei es schlimm, wenn dort bereits Personen zu Schaden gekommen seien. „Bei uns“, so Leese, „ist allerdings noch keine einzige Unfallmeldung eingegangen.“ Keine – bis auf diesen buchstäblichen Fall.

 

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