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Flensburger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 09:22 Uhr

Stadtplanung : Schwere Zeiten für Radfahrer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Von den einst für 2014 geplanten Investitionen in die Rad-Infrastruktur werden über zwei Drittel gestrichen und in die Zukunft verschoben

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 07:17 Uhr

Am meisten schmerzt Alexandra Schütte, dass in diesem Jahr an der Fördestraße nichts passiert. „Das ist ein Leuchtturm-Projekt, das liegt mir wirklich sehr am Herzen.“ Gemeint ist die Neuregelung des Radverkehrs zwischen Solitüder Straße und Kelmhof an der Fördestraße stadteinwärts. Hier war ein Bündel an Verbesserungen geplant, einschließlich eines geschützten Streifens auf der Fahrbahn zwischen Twedter Plack und Kelmstraße. Gesamtkosten: 540 000 Euro. Verschoben auf 2015. Mindestens.

„Das ist schade, ich weiß nicht, ob dass das richtige Signal ist“, bedauert die Fahrrad-Beauftragte, „immerhin wollen wir eine Fahrradstadt werden.“ Ursprünglich sah der Investitionsplan 1,6 Millionen Euro in diesem Jahr für die Fahrrad-Infrastruktur vor; davon sind noch 520 000 geblieben, das Gros von 1,1 Millionen wurde für dieses Jahr gestrichen und auf 2015 (oder später) geschoben.

Das gilt auch für die Verbesserung der Situation an der Hafenspitze, wo es immer wieder – vor allem im Sommer – zu Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern kommt. „Hier laufen immerhin unsere Fernradwege entlang. Ortsfremde Radtouristen ahnen doch nicht, dass hier eigentlich eine Fußgängerzone ist“, gibt Alexandra Schütte zu denken. Die Überlegungen zielen auf einen separat geführten Radweg ab, der vermutlich in etwas größerer Entfernung zur Wasserkante verlaufen wird. Er könnte schon hinter dem Spielplatz und hinter dem Bellevue bis etwa zum neuen Haus „Klarschiff“ verlaufen. „Der wäre dann vor allem für die Radfahrer, die zügig fahren wollen“, so die Fahrrad-Beauftragte. Eine konkrete Planung liegt noch nicht vor. Deshalb steht auch noch nicht fest, ob und wie man den Bahndamm als Trasse nutzen kann oder ob man einfach den vorhandenen Radweg am Hafendamm, der in einem schlechten Zustand ist, erneuert und verbreitert. Aber auch hier gilt die Devise: aus Kostengründen verschoben.

Das Radwegenetz am Hafen wird auch am anderen Ufer aufgewertet, und hier sollen die Baumaßnahmen tatsächlich 2014 beginnen. Allerdings wird es rund drei Jahre dauern, bis Radfahrer auf der neuen Promenade zwischen Nordertorkai und Galwik fahren können; zunächst muss mit großem technischen und finanziellen Aufwand die marode Kaimauer saniert werden. „Das wird eine schöne Ergänzung für den schnellen Radweg an der Werftstraße“, hofft Alexandra Schütte.

Froh ist Flensburgs Radexpertin aber auch, dass ein besonderer Gefahrenpunkt noch in diesem Jahr beseitigt werden soll. Am Schottweg wird der Fahrradstreifen, der derzeit zwischen Bordsteinkante und Parkstreifen verläuft, an die Straße verlegt werden. „Hier besteht eine große Gefahr durch sich öffnende Beifahrertüren“, sagt Schütte. Außerdem sei der bestehende Streifen zu schmal, zudem würden manche Autofahrer ihren Wagen lieber etwas zu weit rechts parken und engen dadurch den Raum für Radfahrer weiter ein. Durch den Bordstein können Radfahrer hier kaum ausweichen. „Ich bin sehr froh, wenn wir das in diesem Jahr hinbekommen“, hofft Alexandra Schütte.

In den Sternen steht hingegen die angestrebte Fahrradstation am Bahnhof. Deren Umsetzung hängt auch ein bisschen an der Gesamtplanung für das Bahnhofsumfeld. Es geht zuvorderst um sicheres, überdachtes Abstellen von Fahrrädern; der Betreiber könnte zudem kleine Reparaturen und Wartungsarbeiten anbieten und für Touristen, die mit der Bahn anreisen, Karten und Infomaterial vorhalten.

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