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Flensburger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 20:57 Uhr

Schwere Schäden an Schulen und Museum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fünf Schulen bleiben heute geschlossen / Pariser Zimmer stark beschädigt

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2013 | 00:34 Uhr

Geschätzte 2000 Anrufe aufgrund von Sturmschäden nahm die Rettungsleitstelle Nord bis jetzt entgegen, die ihr Personal auf 16 Mitarbeiter aufgestockt hatte. Die Einrichtung in Harrislee koordiniert die Einsätze nicht nur für die Stadt, sondern auch für Nordfriesland und den Kreis Schleswig-Flensburg. „Trotzdem haben die Kollegen in der Leitstelle nicht alle Anrufe entgegennehmen können“, sagt Markus Langenkämper von der Polizeidirektion Flensburg. Die Schadensmeldungen wurden auch noch im Laufe des gestrigen Tages nach Wichtigkeit abgearbeitet. Im Führungsstab der Stadt koordinierten 15 Mitarbeiter die Hilfeleistung der Berufs- und der sieben Freiwilligen Feuerwehren, von THW und DRK in der Stadt.

Angehörige des THW unterstützten auch gestern noch die Mitarbeiter des städtischen TBZ bei den Aufräumarbeiten. „Überall hört man Motorsägen in der Stadt“, sagte Langenkämper. Der Oberkommissar konnte mittags bekanntgeben: „Die Straßen sind alle wieder zu befahren.“


Auguste-Viktoria-Schule


Es ist kein vom Himmel gefallener Weltraumschrott, den Hausmeister Peter Behnert (61) begutachtet. Es ist das kupferne Kleid des AVS-Turms, das sich in vier Teilen selbstständig gemacht hat und auf der Mensa sowie in Nachbars Garten gelandet ist. Bis zur Reepschlägerbahn flogen die jeweils 25 Quadratmeter großen und etwa 80 Kilo schweren Teile. Eines davon lag nicht lange auf der Straße, Kupferdiebe schleppten es davon.

„Man muss nun Angst haben um unseren Turm“, sagt Behnert. Das ungeschützte Holz, das 100 Jahre lang kein Wasser gesehen hat, saugt sich mit Feuchtigkeit voll. An eine Reparatur ist kurzfristig nicht zu denken. Nicht einmal die Feuerwehr schafft es die 24 Meter hinauf – die Schule muss eingerüstet werden, um den Schaden zu beheben.

Teile des Dachbodens und die Turnhalle stehen unter Wasser. Nicht nur zum Schulhof hin, auch über dem Hauptportal haben sich Dachziegel gelöst. „Es ist nicht zu verantworten, die Kinder zur Schule zu schicken“, sagt Schulleiter Markus Eckert. Sie wird heute geschlossen bleiben, genauso wie die in Mitleidenschaft gezogene Hohlwegschule, Schule am Campus, Petrischule und Goethe-Schule (Haus 2, 5. bis 8. Jahrgang).

Die Frage, ob die Schule ausfällt, entscheidet das Bildungsministerium für jeden Kreis separat – ein Beschluss, der nach Hinweisen aus dem Schulamt zwischen Ministerium und regionaler Einsatzleitstelle fällt. Nachdem Schulrat Hans Stäcker am Montag auf die kritische Lage in der Stadt hingewiesen hatte, entschied Kiel mit den Informationen aus Harrislee also anders als in den benachbarten Landkreisen. Schulrat Hans Stäcker sagt aber auch: „Die Eltern können immer auch selbst abwägen, ob das Kind zur Schule geht oder zu Hause bleibt.“


Museumsberg


Auch am Museumsberg hat man wenig Grund zur Freude. „Wir konnten live miterleben, wie hier die Bäume reihenweise umknickten“, sagt Direktor Michael Fuhr. Besonders bitter: Das wertvolle Pariser Zimmer muss restauriert worden – Wassereinbruch in der Aula. Fuhr: „Das Wasser lief aus den Fassungen der Lampen.“ Das Christiansen-Haus bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Es hat in den Dachboden, der das Bilderdepot beherbergt, geregnet. Fuhr und Mitarbeiter mussten Werke auslagern. Der Schaden liegt im fünfstelligen Bereich.

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