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Flensburger Hafenspitze : Schwere Geburt für den Beach Club

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trotz zahlreicher Bewerber tut sich die Stadt schwer mit der Vergabe des Sandvergnügens für die bevorstehende Saison.

„Das wird schwierig“, prognostizierte Maik Render. „Uns fehlen die harten Kriterien.“ Der Chef des Technischen Betriebszentrums (TBZ) meinte die Vergabe der Fläche für den Beach Club Hafenspitze an einen konkreten Betreiber. Es klang, als wollte Render durch die Blume sagen, der Beach Club fällt in diesem Jahr aus.

Das ist aber offenbar nicht der Fall. Nur einen Tag nach Renders Kurzvortrag im Verwaltungsrat des TBZ wurde im Technischen Rathaus eine Vorlage mit den künftigen Vergabekriterien für das sommerliche Open-Air-Vergnügen am Wasser abgesegnet; sie wird am kommenden Dienstag im Umwelt- und Planungsausschuss diskutiert und womöglich verabschiedet. Und in dieser Vorlage gibt es einen Abschnitt, der mit „Verfahren für 2014“ überschrieben ist.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Streit und Diskussionen um die Vergabe. Die ersten drei Jahre hatte das später insolvent gegangene „Shamrock“ Getränke und Snacks unter freiem Himmel serviert, im letzten Jahr war die benachbarte Gaststätte „Bellevue“ zum Zuge gekommen; auch diese Lokalität ist mittlerweile pleite.

Auch in diesem Jahr ist der Andrang williger Gastronomen groß. Neun Bewerbungen liegen für den Beach Club 2014 vor, ohne dass eine Ausschreibung erfolgt ist. Die Zeit drängt: Bei gutem Wetter könnte man schon im April eröffnen. Doch bis dahin muss ein möglicher Betreiber wohl noch mal an den Schreibtisch und ein paar Hausaufgaben nachliefern. Vorausgesetzt der Planungsausschuss stimmt am Dienstag zu, werden die neuen Bewerber vom TBZ aufgefordert, „ihr Konzept nochmals zu überprüfen und gegebenenfalls ergänzende Unterlagen einzureichen.“ Und das auf Grundlage der Kriterien, die eigentlich erst ab 2015 gelten sollen.

Interessierte Betreiber müssen ein Betriebskonzept mit einer maßstabsgerechten Zeichnung dessen, was sie an der Hafenspitze aufbauen wollen, liefern. Erklärt werden müssen die Bereiche Auf- und Abbau inklusive eines Zeitplanes, Sicherheit, Reinigung, Abfallentsorgung und Sanitär. Die Gestaltung soll „ansprechend und stimmig“ sein: Schankgebäude, Bestuhlung, Schirme, Dekoration und die Einfriedungen müssen aufeinander abgestimmt sein, Bierzelt-Garnituren sind tabu.

Künftig sollen Interessenten ihre Bewerbungen bis zum 31. Oktober an das TBZ richten. Eine Arbeitsgruppe wird diese sichten und eine Empfehlung aussprechen, die allerdings nicht bindend ist. Letztlich müsse das TBZ entscheiden, welcher Bewerber zum Zuge kommen soll. Bis zum 31. Januar soll die Vergabe erfolgt sein.

Doch damit nicht genug: Für alle Fragen des Gaststättenrechts, die vor allem mit Fragen der Hygiene, des Getränkeausschanks und der Sanitäreinrichtungen zu tun haben, ist das Ordnungsamt zuständig; dort muss der Bewerber eine gaststättenrechtliche Konzession beantragen. Und natürlich müssen diverse Auflagen zu Abständen, Lärm und Betriebszeiten eingehalten werden.

Philipp Bohk, SSW-Vertreter im Verwaltungsrat des TBZ, regte auf der jüngsten Sitzung an, die Verbindung von „Beach Club“ und „Bellevue“ in diesem Jahr nicht zu wiederholen. Es sei besser, konkurrierende Angebote zu haben. Das traditionsreiche Lokal an der Hafenspitze ist im Umbruch: Nach der Insolvenz der letzten Betreibergesellschaft wird derzeit an neuen Verträgen gearbeitet, an denen neben dem neuen Pächter – ein Getränkegroßhändler aus Kiel – der Insolvenzverwalter, der Besitzer des Gebäudes und die Stadt als Besitzerin des Grundstücks und Erbpachtgeberin beteiligt sind.

 

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erstellt am 15.Feb.2014 | 08:51 Uhr

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