Glücksburg : Schwennauhof: Stadt hat einen Käufer

Den Charakter dieser Reetdachhäuser auf dem Schwennauhof will der Bauherr erhalten.
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Den Charakter dieser Reetdachhäuser auf dem Schwennauhof will der Bauherr erhalten.

Eine Hamburger Gesellschaft will die Anlage in Glücksburg mit Ferienhäusern bestücken

shz.de von
14. November 2013, 08:00 Uhr

Die Zukunft des leer stehenden Schwennauhofs nimmt Formen an. Erste Pläne für ein nobles Ferienhausgebiet mit 20 bis 25 Bungalows, einem Park und Gastronomie liegen von der Ferienanlage Schwennauhof GmbH & Co KG vor. Über das Vorhaben des Bauherrn berät der Bauausschuss Glücksburg am 20. November, 19 Uhr im Rathaus. Dabei geht es um den Vorentwurf des Bebauungsplans (VEP Nr. 47) und die frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden.

Der Bauherr sieht nicht nur die Umwandlung der früheren Jugenderholungsstätte vor, die bis Ende 2010 vom Sportverband Flensburg betrieben worden war. Der Investor hat die Fläche des westlich gelegenen Campingplatzes gleich mit überplant. Der östliche Teil des Platzes soll zur öffentlichen Grünfläche mit der Zweckbestimmung Parkanlage werden. Innerhalb der Parkanlage ist Gastronomie vorgesehen. Der westlich der Schwennau gelegene Teil des Urlaubsdomizils bleibt dem Naturschutz vorbehalten, da sich die Flächen innerhalb eines FFH-Gebiets befinden, wie die Stadt erklärt. Sowohl die Parkfläche als auch der vorhandene Fußweg wären weiterhin öffentlich zu nutzen.

Von all dem weiß Reinhard Skall noch nichts. Bei ihm sei kein Investor gewesen, sagt der Inhaber des Campingplatzes Schwennau, der die Einrichtung 2002 von der Stadt gekauft hat. Das Gelände hat Skall bis 2040 in Erpacht. Nach einer möglichen Verkaufsabsicht befragt, antwortet er: „Ich will überhaupt nichts. Dann müsste der Preis schon so sein, dass ich da gut rauskomme.“

Den heutigen Termin mit einem ihm unbekannten Investor hat der Betreiber aus Ärger über die Stadt abgesagt. Die habe ihm die Brücke zum hinteren Platz im September gesperrt. Seitdem kommt kein Gefährt mehr rauf oder runter. Da bisher nichts passiert ist, vermutet Skall: „Die Stadt sitzt das aus.“ Ersten Gästen, die für das kommende Jahr buchen wollten, konnte Skall deshalb keine Zusage machen. Er hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet. Der Platzbetreiber gibt sich versöhnlich: Er wolle den nächsten Termin mit einem Investor gerne wahrnehmen.

Das drei Hektar große Gelände Schwennauhof ist Eigentum der Stadt Flensburg, die zum Kaufpreis gestern keinerlei Auskunft gab. Andere Quellen sprechen von knapp 1,3 Millionen Euro. Stadtsprecher Clemens Teschendorf berichtet nur so viel: Dem Kaufinteressenten sei das Grundstück bereits anhand gegeben worden. Das heißt, der Bauherr hat sich mit einer Vorauszahlung eine Art Vorkaufsrecht gesichert. „Wir hoffen sehr, dass wir auch zum Abschluss kommen“, sagt Teschendorf mit Blick auf Glücksburgs Planungshoheit. Insgesamt hat es bisher vier ernsthaft interessierte Käufer gegeben. Das gesamte Plangebiet umfasst 47 052 Quadratmeter Fläche. Das Investitionsvolumen wird nach Auskunft von Julia Jaskulla, Betriebswirtin im Planungsbüro KLM in Leipzig, siebenstellig sein.

Die Ferienanlage Schwennauhof GmbH & Co KG ist vorige Woche aus der MKM Solar Invest 9 heraus in Hamburg gegründet worden. Vorstand ist Ingenieur Christoph Koeppen.

Wollen Bauausschuss und Stadtvertretung die Öffentlichkeit frühzeitig einbinden, wird es eine Informationsveranstaltung geben. Behörden erfahren schriftlich mehr.

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