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Premium-Ferienanlage : Schwennauhof als Luxus-Resort

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Hamburger Investor Christoph Koeppen stellt in Glücksburg seine Pläne vor. Die Präsentation lockt viele Einwohner ins Rathaus.

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Desinteresse kann den Glücksburgern nicht vorgeworfen werden, wenn es um die Zukunft des Schwennauhofes geht. Der frühere Jugendhof könnte zum Premium-Ferien-Resort werden (wir berichteten). 80 Anwohner füllten den Sitzungsaal des Rathauses, als der Hamburger Christoph Koeppen seine Idee präsentierte. Der Investor und Geschäftsführer der Schwennauhof GmbH & Co. KG hatte seinen Bruder Olaf Koeppen als Architekten mitgebracht. Die Veranstaltung diente der frühzeitigen Information der Öffentlichkeit.

Das Vorhaben, das noch in den Kinderschuhen der Bauleitplanung steckt – bisher hat die Stadtvertretung den Aufstellungsbeschluss abgesegnet, die Verwaltung die Behörden frühzeitig informiert – stellte der beauftragte Planer Manfred Demuth vor. Das gesamte Plangebiet umfasse das Gelände Schwennauhof und den Campingplatz, eine Fläche von 4,7 Hektar. Entstehen sollten bis zu 25 Ferienhäuser mit Grundflächen zwischen 30 und 150 Quadratmetern auf 2,7 Hektar.

Die Stadt führt derzeit Gespräche mit dem Pächter des Campingplatzes, wie Bürgermeisterin Kristina Franke sagte. Dies war auch der Grund, warum Demuth mögliche Pläne für das Gelände nicht näher ausführen wollte – er verriet nur so viel: Die Gelände würden gemeinsam überplant, im vorderen Bereich des jetzigen Campingplatzes sei Gastronomie vorgesehen, das Gelände hinter der Brücke könnte Ausgleichsfläche werden. Überlegt werde auch, den Weg vom Campingplatz direkt ans Wasser zu verlegen und somit eine Verlängerung der Promenade zu schaffen.

Auf dem Gelände des früheren Jugendhofes will der Investor die beiden Eingangsgebäude erhalten. Sie stünden zwar nicht unter Denkmal- oder Ensembleschutz, doch trotz ihrer weichen Bausubstanz wollen Investor und Architekt an den reetgedeckten Gebäuden festhalten. Eine kleine Einschränkung machte Ingenieur Olaf Koeppen mit Blick auf den baulichen Zustand: „Man muss abwägen, ob sie stehen bleiben können.“

Zwei Gutachten, ein Baum- und ein Verkehrsgutachten, sind bereits erstellt worden. Sie werden später in der Auslegungsphase einzusehen sein. Von den 330 Bäumen auf dem Parkgelände des Schwennauhofes sind nicht mehr alle gesund. Doch die gesunden haben gute Chancen, stehenzubleiben, da die Brüder Koeppen ihre Ferienanlage in die Landschaft integrieren möchten, wie sie erklärten. Deshalb dächten sie bei der Hausgründung auch an Pfahlkonstruktionen statt klassischer Fundamente. Das Gelände ist nach Aussage Demuths „relativ bewegt“.

Die Anwohner ließen keinen Zweifel daran, dass sie eine baldige Grundstücksnutzung sehr befürworten, machten aber deutlich, was sie befürchten. Vor allen Dingen sehen die Anlieger der Schwennaustraße und des Blocksbergs die Gefahr, nach den Bauarbeiten für Schäden aufkommen zu müssen, die schwere Baufahrzeuge verursachen könnten. Seit Anfang des Jahres gilt eine neue Straßenbaubeitragssatzung, die eine Kostenbeteiligung der Anwohner auch bei Straßenausbau, -erneuerung und -umbau bis zu 85 Prozent vorsieht. Bürgermeisterin Kristina Franke erklärte, dass Anlieger nur herangezogen würden, wenn eine neue Straße entstehe.

Die Anlieger Matthias Möhl und Andreas Schlatterer ließen nicht locker. Schlatterer: „Wer sagt uns denn, dass in drei oder fünf Jahren nicht doch die Straße neu gebaut wird?“ Möhl wandte sich an Koeppens: „Es müsste in Ihrem Interesse sein, dass Ihre Kunden durch eine gute Straße fahren.“ Franke versicherte mit Blick auf den ausgereizten Haushalt: „Einen Ausbau sehe ich als völlig utopisch an.“ Möhl forderte am Ende, im Durchführungsverfahren festzulegen, dass die Nachbarn nicht für Straßenkosten aufkommen.

Die Anwohner hatten die Internetseiten der Investoren studiert. Sie wunderten sich über eine niedrige Kapitalbasis. „3000 Euro?“, fragte Schlatterer ungläubig. Christoph Koeppen antwortete: „Für die neue Gesellschaft haben wir eine Vorratsgesellschaft genutzt mit dem nötigen Grundkapital.“ Sobald der Satzungsbeschluss vorliege, werde die Gesellschaft mit dem notwendigen Kapital ausgestattet. Im Anschluss sagte er unserer Zeitung, dass er mit einer knapp zweistelligen Millionen-Investition rechne. „Wir würden das im Prinzip aus Eigenmitteln tragen.“ In der fortgeschrittenen Planungsphase richte man sich eventuell an regionale Banken.

Christoph Koeppen, der als Ingenieur in der Erneuerbaren-Energien-Branche tätig war, hat Erfahrung mit der Planung und dem Betrieb von Objekten, auch in der Zusammenarbeit mit seinem Bruder Olaf. Doch mit dem Betreiben dieser geplanten Premium-Ferienanlage Schwennauhof würde der gebürtige Berliner Neuland betreten.

Das Interesse und die Überlegungen der Anwohner schreckten ihn nicht. „Ganz im Gegenteil“, sagte er hinterher.

Das Bauleitplanverfahren soll Ende 2014 abgeschlossen werden. Davon ist ein Monat für die öffentliche Auslegung der Pläne vorgesehen.

www.enerparc.de, www.klm-architekten.de

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