zur Navigation springen

Verkehr in Flensburg : Schwarz-rot-grüner Anschub für Bahn-Radweg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Vorplanungen sollen bis Ende des Jahres auf den Weg gebracht werden. SSW, FDP und WiF sind dagegen.

Erster formaler Schritt hin zu einer ganz besonderen Konversionsmaßnahme: Mit den Stimmen von SPD, CDU und Grünen hat der Umwelt- und Planungsausschuss einen Planungsauftrag zur Umnutzung der Innenstadt-Bahntrasse zu einem Fuß- und Radschnellweg beschlossen. Insgesamt 16 Fragen haben die Kommunalpolitiker den Fachleuten im Technischen Rathaus zur Beantwortung ins Auftragsbuch geschrieben. Die Antworten sollen bis 30. November gegeben werden – und erst dann wird entschieden, ob der Bahndamm-Radweg wirklich kommt.

„Wir haben die Verpflichtung, diesen städtischen Raum wieder nutzbar zu machen“, sagte Pelle Hansen (Grüne) nach dem Beschluss. Eine Gruppe von Studenten des Fachs Energie- und Umweltmanagement hatte das Thema mit umfangreichen Voruntersuchungen und Umsetzungvorschlägen angeschoben (wir berichteten). „Diese Vorarbeiten müssen wird jetzt auf valide Füße stellen“, sagte Hansen, der in dem Bahndamm-Radweg nicht zuletzt das Herzstück eines stadtweiten Netzes von Velorouten sieht.

Weniger visionär äußerte sich Arne Rüstemeier (CDU) und bremste gleichzeitig die Euphorie. Man müsse jetzt eine Art Machbarkeitsstudie auf den Weg bringen. Das sei der erste Schritt: „Ob weitere Schritte kommen“, so Rüstemeier, „ergibt sich aus dem Ergebnis.“

Axel Kohrt (SPD) legt sich in einem Detail schon mal fest: „Die Gleise müssen weg.“ Dies sei schon deshalb erforderlich, weil man sonst nicht auf eine Breite von 3,50 Meter komme. Kohrt hatte schon im vergangenen Jahr erklärt, dass er auf dem Bahndamm einen reinen Radweg sieht ohne Nutzung durch Fußgänger. Der Antrag der drei Fraktionen – Kohrt: „Der ist natürlich ein Kompromiss“ – zielt jedoch auf einen Fuß- und Radweg ab. Möglich ist eine Lösung, bei der im Innenstadtbereich zwischen Hafenspitze und Husumer Straße beide Nutzungen erlaubt werden, weiter südlich Richtung Weiche jedoch nur ein schneller Radweg.

Gegen den Antrag stimmten die Vertreter von SSW, WiF und FDP. Für die WiF stellte Marc Paysen die Sinnhaftigkeit des Bahndamms als Radweg in Frage. Radfahrer suchten sich grundsätzlich die kürzesten Wege und nicht von der Stadt vorgesehene Velorouten. Eine angedachte Breite von vier Metern gebe der Bahndamm nicht her; deshalb komme es unweigerlich zu Konflikten zwischen Radfahrern und Fußgängern.

Der Antrag wartet mit vielen Detailfragen auf: Welche Nutzerfrequenz ist zu erwarten? Liegen Wohngebiete, Einrichtungen oder Schulen an der Trasse? Wo sollte man die Zufahrten bauen, wie kann man den Bahnhof an die Trasse anbinden? Wie sollte der Radweg gebaut werden? Ist ein Verbleib der Gleise denkbar? Wo sind Engstellen? Welche Rechte müssen auf dem Betriebsgelände von Mitsubishi beachtet werden? Welche Kosten für das Projekt sind realistisch? Welche Folgekosten entstehen? Welche Förderprogramme, auf die man zugreifen kann, gibt es?

zur Startseite

von
erstellt am 06.Apr.2017 | 07:35 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen