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Landgericht in Flensburg : Schwangere Freundin vergewaltigt – 23-Jähriger zu Haftstrafe verurteilt

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Er vergewaltigt seine schwangere Ex-Freundin und tritt sie in den Bauch - dafür muss der Mann hinter Gitter.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2017 | 16:04 Uhr

Flensburg | Ein 23 Jahre alter Mann ist vom Landgericht Flensburg wegen der Vergewaltigung seiner 17 Jahre alten, schwangeren Ex-Freundin sowie Körperverletzung und Nötigung zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Der Mann habe am 26.November 2016 in Viöl (Kreis Nordfriesland) die junge Frau vergewaltigt und anschließend geschlagen sowie in den Bauch getreten, sagte die Vorsitzende Richterin am Donnerstag. Die 17-Jährige hat das Kind durch die Attacke nicht verloren, sie ist weiter schwanger.

Die Vorsitzende Richterin schilderte die Beziehung des Paares und wie es zur Tat kam. Sie nannte nicht alle Details, die in dem Prozess auf den Tisch kamen, denn der Angeklagte und das Opfer wurden hinter verschlossenen Türen befragt. Jetzt alle Einzelheiten zu erwähnen, würde die Schutzgründe konterkarieren, die zum Ausschluss der Öffentlichkeit geführt haben, sagte die Kammervorsitzende.

Die Beziehung, die im März 2016 begann, war von Streit und Eifersucht geprägt. Der Angeklagte habe seine Freundin auch geschlagen, sagte die Richterin. Im November habe die 17-Jährige dann eine Beziehungspause gefordert. In der Woche, in der sie keinen Kontakt wünschte, habe sie erfahren, dass sie von dem Angeklagten schwanger sei.

Sie rief ihn demnach an, er reiste am 24. November von Süddeutschland unangemeldet zu ihr nach Viöl, wollte eine Hochzeit oder Abtreibung. In den kommenden Tagen kam es den Angaben zufolge immer wieder zum Streit. Am Vormittag des 26. Novembers wollte der Mann Sex, die Frau nicht. Er erzwang den Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen. Er schlug sie in den Bereich der Wirbelsäule, „und trat ihr mit angezogenem Knie in den Bauch“, sagte die Kammervorsitzende. Zwischendurch habe er sie in den Arm genommen, dann wieder geschlagen. Als er ging, rief die junge Frau die Polizei.

Nach Angaben der Vorsitzenden Richterin war „die Zeugin erkennbar bemüht, den Angeklagten zu schützen“ und ihre bei der Polizei gemachten Aussagen zu relativieren. Die junge Frau selbst hatte gesagt, ihrer Auffassung nach sei der Angeklagte für die Tat durch die verbüßte Untersuchungshaft ausreichend bestraft. Sie will ihm den Worten der Richterin zufolge Kontakt zu dem Kind gewähren. Auch eine erneute Beziehung schloss sie demnach nicht aus.

Der Mann saß seit dem 27. November in Untersuchungshaft. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

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