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Modellprojekt in Flensburg : Schuluntersuchungen für Drittklässler

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In einem bundesweiten Modellprojekt sollen in diesem Jahr alle Drittklässler in Flensburg schulärztlich untersucht werden.

Erst als Baby, dann beim Eintritt in den Kindergarten und schließlich vor der Einschulung – bislang wird die Gesundheit von Kinder drei Mal von offizieller Stelle überprüft. Das ändert sich jetzt in Flensburg. In diesem Jahr soll sich möglichst jeder der rund 700 Drittklässler an den zehn deutschen und an den fünf dänischen Grundschulen einer schulärztlichen Untersuchung unterziehen. Damit ist Flensburg bundesweit eine von drei Projektregionen in dem Modellvorhaben „GrundGesund“. Es wird unterstützt von den Ministerien für Gesundheit und Bildung, geleitet von der Bundeszentrale für gesundheitliche Bildung und durchgeführt von Birgit Babitsch von der Universität Osnabrück.

Obwohl die ersten Untersuchungen bereits seit dem 3. November laufen, fand erst gestern die offizielle Auftaktveranstaltung für das Projekt in der Hohlwegschule statt. „Dieses Projekt passt sehr gut in die dritte Klasse, denn es zeigt, ob die zuvor durchgeführten Präventionsbemühungen greifen“, erklärte Schulrat Hans Stäcker. Wie Birgit Babitsch sagt, gehe es aber nicht nur um die Gesundheit der einzelnen Kinder, sondern um die ganze Schule. „Dadurch können wir nicht nur den Eltern Hinweise geben, wie sie die Gesundheit ihrer Kinder verbessern können, sondern auch mit den einzelnen Schulen zusammen überlegen, was man im Alltag verbessern kann.“

Das Ganze läuft folgendermaßen ab: Zunächst können sowohl Eltern als auch Kinder entscheiden, ob sie teilnehmen wollen. Dann erhalten die Eltern einen achtseitigen Fragebogen, auf dem der Gesundheitszustand des Kindes abgefragt wird. Es geht dabei auch darum, wie wohl sich das Kind an der Schule fühlt. „Dieser Fragebogen ist zwar sehr umfangreich. Aber er ist notwendig“, erklärt Babitsch.

Dann finden die Untersuchungen an den Schulen statt. Noch bis zu den Weihnachtsferien kommen zu diesem Zweck die Ärzte und medizinischen Fachangestellten aus dem Gesundheitshaus, holen die Kinder einzeln aus den Klassen und machen mit ihnen Hör- und Sehtests, überprüfen ihre Fein- und Grobmotorik, Gewicht, Blutdruck und mehr. „Ich war jetzt an der zweiten Schule und die Kinder machen gut mit“, erzählt Arzthelferin Stephanie Janke, „die Kinder nehmen das sehr ernst, fragen nach und haben viel Spaß bei den Übungen.“

Anschließend erhalten die Eltern Hinweise, beispielsweise, dass sie mit ihrem Kind zum Augenarzt gehen oder sie mehr Sport treiben lassen sollten. Bis zum Oktober 2016 ist dann noch Zeit, alles auszuwerten und zu beraten, wie die vielen Statistiken den individuellen Schulalltag verbessern können. „Es gibt ja Gesundheitsprojekte wie Sand am Meer, aber wir wollen etwas finden, das sich leicht und dauerhaft in den Schulalltag integrieren lässt“, sagt Babitsch. Erst wenn alles vorbei ist, wird entschieden, ob die Gesundheitsuntersuchungen bundesweit eingeführt werden. Babitsch will erst einmal erreichen, dass sich in Flensburg 600 von 700 Grundschülern untersuchen lassen. „Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber wir können es schaffen.“

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erstellt am 19.Nov.2014 | 16:00 Uhr

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