Schulranzen statt Plastikbeutel

Sind über die Resonanz der Aktion begeistert: Jürgen Möller und Simone Lange.
Sind über die Resonanz der Aktion begeistert: Jürgen Möller und Simone Lange.

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26. Juni 2015, 16:06 Uhr

Den Schulranzen mit Büchern, Heften und Stiften zu packen, ist für viele Kinder selbstverständlich. Doch nicht alle gehen mit einem bunten Ranzen zum Unterricht. Immer wieder kommen Grundschüler mit Plastiktüten in den Klassenraum, denn ihre Familien haben kein Geld, um ihren Sprösslingen einen Tornister oder einen Rucksack zu kaufen.

Deshalb hatte die SBV-Stiftung Helmut Schumann Mitte April die Aktion „Schulranzen statt Plastikbeutel“ gestartet. Mehr als 60 neue und gebrauchte Schulranzen wurden abgegeben, dazu diverse Lernmaterialien und Trinkflaschen. Diese wurden nun symbolisch an die Flensburger SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lange übergeben, die auch Schirmherrin der Aktion ist.

Die zweifache Mutter, deren Tochter auch zur Schule geht, hat sich selbst ein Bild von der Situation in Flensburg gemacht. Im Sozialatlas hat sie gelesen, dass „jedes dritte Kind aus einer Familie mit Hartz-IV-Bezug kommt“. Deshalb sei sie froh über die Aktion des SBV. „Meine Tochter wollte auch ihren Schulranzen abgeben, obwohl ihrer noch nicht dran war“, erzählt sie.

Stiftungsvorstand Jürgen Möller betonte, dass ein nicht vorhandener Schulranzen das Selbstwertgefühl der Kinder beeinträchtigt. Doch dem wirkt der SBV nun entgegen. Auch die Mürwiker Werkstätten haben ihren Teil zur Schulranzen-Aktion beigetragen. Sie reinigten gebrauchte Ranzen, ein Flensburger Schuster nähte neue Reißverschlüsse ein. Die Ranzen werden vor Ort über Mitarbeiter der Flensburger Zentren für Deutsch als Zweitsprache, Kindergärten und Grundschulen verteilt. Die Aktion soll Möller zufolge fortgeführt werden.

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