Glücksburg gegen Flensburg? : Schulkostenbeiträge steigen kräftig

Der Tourismus sei für Glücksburg   (auf dem Foto das Wasserschloss )  zu wichtig, als dass riskiert werden könne, vorübergehend ohne professionelle Vermarktung dazustehen, sagt Stadtrat John Witt.  Foto: grafikfoto.de
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Der Tourismus sei für Glücksburg (auf dem Foto das Wasserschloss ) zu wichtig, als dass riskiert werden könne, vorübergehend ohne professionelle Vermarktung dazustehen, sagt Stadtrat John Witt. Foto: grafikfoto.de

Unmut im Sozial- und Kulturausschuss Glücksburg über Mehrkosten: Die Mitglieder fordern Mitspracherecht an Flensburgs Schulen.

shz.de von
23. Oktober 2013, 12:17 Uhr

Es dürften erheblich mehr Schulkostenbeiträge sein, die Glücksburg an Flensburg künftig zu zahlen hat. Wurden die Beiträge bisher anhand landesweit ermittelter Durchschnittswerte berechnet, schlagen mit der Änderung des Schulgesetzes nun die in Flensburg je Schulart anfallenden Kosten zu Buche – zum Nachsehen Glücksburgs. Von dort aus besuchten im abgeschlossenen Schuljahr 258 Kinder meist weiterführende Schulen in Flensburg. Die neue Berechnung gilt ab Haushaltsjahr 2012.

Die Beiträge setzen sich wie bisher aus den Personalkosten, Sachausgaben, Bauunterhaltskosten und einer Investitionskostenpauschale von 250 Euro je Schüler zusammen. Neu ist, dass nun die Kosten der Schulverwaltung und eine Gemeinkostenumlage (etwa für in der Stadtverwaltung anfallende aber zu Lasten der Schule gehende Kopierkosten) berücksichtigt werden.

Burkhard Repenning (LWL) bemerkte im Sozialausschuss: Eine Investitionspauschale gehöre nicht in eine solche Rechnung. „Wenn wir so viel mehr zahlen sollen, müssen wir auch ein Mitspracherecht haben,“ forderte er. Dagmar Jonas (CDU): Wo sieht das Schulgesetz das vor?“ Eine direkte Antwort gab es nicht. Dieter Tetzlaff von der Stadt Flensburg erinnerte aber an den früheren Vorschlag, einen Schulverband zu gründen. „Das wollten einige Gemeinden damals nicht.“ Im Vorfeld der Umstellung hatte Flensburg mit den Umlandgemeinden verhandelt und sich auf bestimmte Bedingungen geeinigt.

Wenn es bei der Rechnung bleibt, zahlt Glücksburg für 2012 je Schüler an Grund- und Hauptschulen 2330 Euro. 2011 waren es noch 1438 Euro, also 892 Euro weniger. Ein Gemeinschaftsschüler kostet 1638 Euro (2011: 1293 Euro, plus 345 Euro) und ein Gymnasiast 1526 Euro (2011: 1057 Euro, plus 469 Euro). Am deutlichsten ist der Anstieg bei den Regionalschülerkosten. Sie schlagen jeweils mit 2864 Euro (2011: 1184 Euro) zu Buche, plus 1680 Euro. Grund dafür seien sinkende Schülerzahlen an der Schule am Campus, erklärte Asta Simon-Barchasch von der Flensburger Schulverwaltung. Die zur Gemeinschaftsschule umgewandelte Käthe-Lassen-Schule wurde nicht berücksichtigt. Im Endeffekt wird Glücksburg nach Angaben seiner Verwaltung an die 110 000 Euro nachzahlen müssen. Die erste Rechnung über knapp 308 500 Euro wurde bereits beglichen.

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