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Deeskalations-Training : Schule macht gegen Mobbing mobil

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

An der dänischen Schule Jarplund endete gestern ein neues Deeskalations-Projekt, das Polizei, Lehrer und Sozialarbeiter gemeinsam angehen. Schüler nehmen an Gesprächen teil, werden aber auch in der Sporthalle hautnah mit dem Thema konfrontiert.

Eine neue Form des Deeskalationstrainings an Schulen, das als Kooperationsprojekt von Polizei, Lehrern und anderen Pädagogen künftig gemeinsam angepackt werden soll, wurde gestern in der Dänischen Schule in Jarplund vorgestellt.

Die Schüler der vierten, fünften und sechsten Klasse bewältigten bereits den dritten Teil des Anti-Mobbing-Projektes „Deeskalation im Netzwerk“, bei dem sie lernen sollen, wie man sich gegenüber anderen Schülern in Konfliktsituationen verhält und diese lösen kann. Im vergangenen Jahr nahm die gemischte Klasse bereits an zwei Vormittagen an praktischen Schulungen zum Thema „Fairer Umgang miteinander“ und „Gewalt und Förderung der Teamfähigkeit“ teil, und nun stand ein weiteres Modul zum wichtigen Thema „Mobbing“ auf dem Stundenplan.

Ausgebildete Deeskalationstrainer – Polizeibeamte, Lehrkräfte von Schulen und auch Fachleute aus dem Bereich Schulsozialarbeit versammelten sich gemeinsam mit den Schülern auf einer so genannten „Multifläche“ in der Sporthalle, und im Klassenraum fanden Gespräche mit den Trainern statt. In Polizeiuniform unterstützten Markus Langenkämper und Kerstin Ellendt von der Polizeidirektion Flensburg das neue Trainingsprogramm. Schon lange engagiert sie sich in diesem Bereich.

Fin Kusch, Lehrer an der Gustav-Johannsen-Schule in Flensburg, vervollständigt das erfahrene Dreier-Team, das mehrere Stunden mit den Schülern verbrachte. „Deeskalation ist schon seit einigen Jahren Thema an den Schulen. Doch jetzt haben wir ein neues, vernetztes Deeskalationstraining für Flensburg und den Kreis Schleswig-Flensburg auf die Beine gestellt“, berichtete Kerstin Ellendt. „Die Themen Mobbing, ob in der Schule oder über das Internet, und auch die psychische Gewalt unter Schülern nimmt zu und fordert einfach eine spezielle Prävention.“

Die teilnehmenden Schüler drückten das so aus: „Wenn jemand ausgegrenzt wird, oder es wird mit ihm nicht gesprochen, dann sind das die ersten Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.“ Verschiedene spontane Übungen in der Sporthalle, in die auch Wortspiele eingebunden waren, sollten den Schülern hautnah vermitteln, worum es beim Mobbing geht. Es gab sogar ein Bierdeckel-Spiel, für das die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, „ein Spiel ohne Sieger, was die Schüler ganz gezielt als Team aufbauen soll“, erklärte Fin Kusch. Rollenspiele sind laut den Experten sehr gut dafür geeignet, das Thema zu reflektieren und Verhaltensveränderungen zu bewirken. In gemeinsamen Gesprächen bekamen die Kinder auch immer wieder die Gelegenheit, über ihre Empfindungen zu sprechen. Zoe, Celvin und Tim waren sich einig: „Es hilft schon etwas, sich gemeinsam und ohne Ärger kennenzulernen – ohne dass jemand allein zurückbleibt.“

Das dreiteilige Training, das mit dem gestrigen Tag endete, hat laut den Beteiligten bei einigen Schülern bereits „gewirkt“, denn sie verhielten sich nun sicherer, hätten weniger Angst, und auch das Verständnis für ihre Mitschüler sei geweckt worden.

Deeskalationstrainer Markus Langenkämper ist mit dem erweiterten Projekt sehr zufrieden: „Gerade die Vernetzung der Fachkräfte, die Förderung der Toleranz unter den Schülern und das frühzeitige Sensibilisieren sind der richtige Weg.“

Über 55 Deeskalationstrainer sind bereits in den Schulen in Flensburg und im Kreis aktiv – und es sollen noch mehr werden. Weitere Fachkräfte werden dafür bereits geschult.

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erstellt am 17.Jan.2014 | 11:00 Uhr

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