Niehuuser Tunneltal und Krusau : Schützenswerter Lebensraum

Mit Luftbild des Schutzgebietes: Hans-Joachim Kaiser vom Umweltministerium und Landschaftsplanerin Annegret Süß.
Mit Luftbild des Schutzgebietes: Hans-Joachim Kaiser vom Umweltministerium und Landschaftsplanerin Annegret Süß.

Mit der Bauchigen Windelschnecke und dem Moorfrosch kann das Gebiet nördlich von Flensburg Seltenes vorweisen. Für das Flora-Fauna-Habitat muss ein Plan zur Sicherung bzw. Wiederherstellung des Lebensraumes erarbeitet werden.

shz.de von
19. Juni 2015, 16:47 Uhr

Mit einer Auftaktveranstaltung für Flächeneigner informierten Landschaftsplanerin Annegret Süß vom Hamburger Planungsbüro für Naturschutz und Landschaftsökologie, Planula, sowie Hans-Joachim Kaiser vom Umweltministerium im Industriemuseum Kupfermühle über den anstehenden Managementplan für das FFH-Gebiet DE 1122-391 „Niehuuser Tunneltal und Krusau mit angrenzenden Flächen“.

Viele kamen, um die Projektbeteiligten kennen zu lernen, etwas über den Stand der Dinge zu erfahren und Fragen und Anregungen loszuwerden. Die wichtigste Botschaft lautet: Interessierte und Beteiligte sind aufgefordert, Fragen, Wünsche und Anregungen zum Schutzgebiet unter a.suess@planula.de an das Planungsbüro zu senden. Bevor das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume den Plan abnimmt, wird Anfang des kommenden Jahres eine zweite Veranstaltung zur Vorstellung und Diskussion des Entwurfs angesetzt.

Seit 2010 stehen die 137 Hektar des markant ausgebildeten eiszeitlichen Niehuuser Tunneltals und der Krusau mit angrenzenden Schluchten, feuchten Hochstaudenfluren und Quellwäldern als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet unter Schutz, sind Bestandteil der europäischen Schutzgebietskulisse Natura 2000. Hohe Lebensraumvielfalt mit Fließ- und Stillgewässern, Grünland und Wälder kennzeichnen das Gebiet, das der vom Aussterben bedrohten winzigen Bauchigen Windelschnecke und dem Moorfrosch als besonders schützenswerten Arten Lebensraum bietet. Kartierungen für die Lebensraumtypen und Arten sind durchgeführt worden. Es gebe hohen europäischen Druck, die Managementpläne für die 271 FFH-Gebiete in Schleswig-Holstein (7,2 Prozent der Landesfläche) abzuschließen, sagte Kaiser. Jedes Land habe für die Schutzgebiete erforderliche und wünschenswerte Maßnahmen zur Sicherung und Wiederherstellung der Lebensräume in Plänen festzulegen. Bestimmend für das hiesige Gebiet sei ein Verschlechterungsverbot, erläuterte Kaiser: Eingriffe in die Natur sind nur nach einer Verträglichkeitsprüfung zulässig.




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