Tarp : Schützen sind jetzt Kulturerbe

Der erste Vorsitzende des Schützenvereins, Wolfgang Treptow (rechts), und der zweite Vorsitzende Hein König bringen die Auszeichnung „Immaterielles Kulturerbe“ am Schützenheim in Tarp an.
Der erste Vorsitzende des Schützenvereins, Wolfgang Treptow (rechts), und der zweite Vorsitzende Hein König bringen die Auszeichnung „Immaterielles Kulturerbe“ am Schützenheim in Tarp an.

Der Tarper Schützenverein wurde als „immaterielles Kulturerbe“ in das Unesco-Verzeichnis aufgenommen . Die Anschaffung eines Lichtpunktgewehrs lockt viele Jugendliche an.

shz.de von
26. Juli 2018, 12:15 Uhr

Tarp | Darauf sind die 140 Mitglieder des Schützenvereins Tarp stolz. Ab sofort sind sie als „Immaterielles Kulturerbe“ von der Unesco-Kommission in das bundesweite Verzeichnis aufgenommen worden. Die Auszeichnung kam per Post in Form eines großen Schildes, das jetzt vom ersten Vorsitzenden Wolfgang Treptow und seinem Stellvertreter Heinz König im Eingangsbereich des Schützenheims angebracht wurde. „Aus meiner Kenntnis sind wir einer der wenigen Schützenvereine in Schleswig-Holstein, die diese Auszeichnung erhalten haben“, freut sich Treptow.

Beantragt hat die Auszeichnung der „Deutsche Schützenbund“, Dachverband der Schützen. Nach einem langwierigen Auswahlverfahren wurde die Bedeutung des Schützenwesens als wichtiger, lebendiger und historisch gewachsener Teil der regionalen Identität begründet.

Im Schützenverein Tarp gehen momentan von den 140 Mitgliedern zirka 80 Sportschützen ihrem Hobby nach. Darunter sind 15 Jugendlich einige im Alter zwischen sechs bis zehn Jahren sogar noch jünger. „Der Aufschwung kam vor etwa fünf Jahren, nachdem wir eine vollautomatische Schießanlage präsentieren konnten“, erinnert sich Treptow an die Zeit, als die Zahl von damals 80 hochgeschnellt sei. „In jedem Jahr haben wir zehn Abgänge, aber auch 20 Neuanmeldungen“.

Das Schützenwesen gehört zu den kultur- und sozialgeschichtlichen Erscheinungen, die sich über viele Jahrhunderte weiterentwickelt haben und bis heute erhalten geblieben ist. Das Schützenwesen hat eine große Zahl Bräuche und Traditionen überall in Deutschland hervorgebracht mit Königsschießen, Schützenball und Schützenumzug in traditionellen Uniformen.

Zu den sportlichen Traditionen in Tarp gehören Wettbewerbe wie der „Helmut-Baack-Pokal“, bei dem weit mehr als 100 Bürger aus beinahe allen ortsansässigen Vereinen um die Pokale schießen. Für die ehrgeizigen Sportschützen des Vereins sind darüber hinaus die Teilnahmen an Kreis-, Landes- oder Deutschen Meisterschaften immer ein Ziel, um sich mit anderen Schützen im Wettkampf zu messen.

„Seit wir ein Lichtpunktgewehr für die Jungschützen angeschafft haben, ist hier die Zahl der Jugendlichen kräftig gestiegen“, erklärt Heinz König. Nun soll ein zweites Lichtpunktgewehr angeschafft werden.

Die Schießanlage im Tarper Schützenheim wurde immer wieder modernisiert und den neuen Erfordernissen angepasst, was immer mit Unterstützung durch die Gemeinde Tarp geschah.

Auch im Erwachsenenbereich sind die Tarper Schützen erfolgreich. Die Plaketten für errungene Landesmeisterschaften, eine Bronzemedaille von den Deutschen Meisterschaften sowie zwei Mal Deutscher Vizemeister in der höchsten Liga für Auflageschützen zieren das Vereinsheim.

Als Grundlage für die Unesco-Auszeichnung sieht Treptow gelebtes Verbinden mit allen Schützen im Verein und dass das Wissen und Können von den Erfahrenen an die Jungen weiter gegeben wird. Mit Blick auf die jahrzehntelange Unterstützung durch die Gemeinde sagt er: „Wir sehen die Eintragung in das bundesweite Unesco-Verzeichnis nicht nur als Anerkennung der Arbeit in unserem Verein, es ist auch eine Auszeichnung für die Gemeinde Tarp.“

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