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Flensburger Tageblatt

21. August 2017 | 18:05 Uhr

Schafflund : Schüler üben Demokratie

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine Unterrichtswoche lang beschäftigen sich die Neuntklässler der Grund- und Gemeinschaftsschule Schafflund mit dem Thema „Politik vor Ort“. Sie wählen einen Gemeinderat und entscheiden über aktuelle Vorhaben im Ort.

Junge Menschen für Politik zu interessieren, ist kein leichtes Unterfangen. Die Grund- und Gemeinschaftsschule Schafflund bietet ihren 86 Schülern des 9. Jahrgangs in einer prall gefüllten Unterrichtswoche spannende Einblicke in die „Politik vor Ort“ – ein außergewöhnliches Konzept, das wegen der positiven Erfahrungen jetzt bereits zum dritten Mal umgesetzt wird.

An den ersten beiden Tagen hatte Lehrerin Christina Mecke mit dem Schulverbandsvorsitzenden Volkert Petersen einen kompetenten Partner an ihrer Seite, der die Schülerschaft geduldig und humorvoll leitete. Ihr gemeinsames Ziel war, die Schüler mithilfe von Rollenspielen in die Strukturen der Kommunalpolitik einzuführen, so dass demokratische Prozesse durch eigenes Erleben und Handeln verstanden werden. Die Landtagsabgeordnete Petra Nicolaisen und Gemeindevertreterin Else Marie Rieks-Pedersen berichteten von ihren ersten Anfängen und derzeitigen Aufgabenfeldern.

Dann waren die Schüler an der Reihe. Sie mussten sich zunächst einer von sieben Parteien zuordnen, das jeweilige Parteiprogramm studieren und daraus zwei bis drei Schwerpunkte für die eigene Gemeinde herausarbeiten. In der Präsentation gab es neben dem Wunsch nach besseren Internetverbindungen, Straßensanierung und Skaterpark viele weitere Ideen: die Absicht, einen Jugendbeirat zu bilden, in Schafflund ein eigenes Kino anzusiedeln oder für Busverbindungen von Dorf zu Dorf zu sorgen.

Wer wird geeignet sein, mit Argumenten zu überzeugen? Diese Frage galt es bei der Aufstellung der Listen zu berücksichtigen. Die Wahlen zur Gemeindevertretung und für den Kreistag fanden in geheimer Wahl statt. Dann folgte der wohl interessanteste Teil: Wer hat eines von sieben Direktmandaten erreicht? Wer wird über die Liste hereinkommen? Wie in der großen Politik gab es ein Überhangmandat, so dass der Gemeinderat plötzlich statt aus 13 aus 14 Mitgliedern bestand.

Svenja Petersen als Älteste eröffnete die konstituierende Sitzung und leitete die Bürgermeisterwahl. Die Zuhörer wagten Prognosen: „Ich glaube, Nadja gewinnt. Sie kann gut entscheiden“, meinte Roman Rossen und lag damit genau richtig. Mit elf von 14 Stimmen wurde Nadja Andresen klar zur Bürgermeisterin gewählt, die von da an souverän durch die Tagesordnung führte. Die Themen Kreisverkehr und Mühlenpark, die derzeit auch die echte Gemeindevertretung beschäftigen, wurden debattiert.

Nach einer Ortsbegehung und erneuter Beratung in den Fraktionen bezogen die Gemeindevertreter schließlich Position. Brian Petersen meinte: „Eine Enthaltung ist eine verschenkte Stimme“ und brachte damit eine kurze Debatte über das Abstimmungsverhalten in Gang. Letztlich entschied sich der „Schüler-Gemeinderat“ gegen den Kreisverkehr an der B  199, für eine Brücke über die Au, einen Hundeplatz und einen Skaterpark. Das Ehrenmal soll nicht verlegt werden. „Eine Friedensstätte passt nicht zum Freizeitpark“, begründete Kira Haupt die Meinung ihrer Partei.

Gut gerüstet werden die Schüler nun ihre Erfahrungen bei Exkursionen zum Amt, zum Kreistag und zum Landtag vertiefen können.

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