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Anmeldezahlen : Schüler strömen an die Gymnasien

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

An den Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe gehen die Anmeldezahlen weiter zurück. Das Alte Gymnasium liegt mit 146 Anmeldungen vorn.

Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder nach der Grundschule aufs Gymnasium. Drei der vier Flensburger Gymnasien haben erheblich mehr Anmeldungen von künftigen Fünftklässlern als noch zum laufenden Schuljahr. Darunter leiden vor allem die beiden Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe, die einen weiteren Rückgang zu verkraften haben. Die meisten Fünftklässler hat nach den Sommerferien das Alte Gymnasium mit 146, gefolgt vom Fördegymnasium mit 135 Anmeldungen.

Insgesamt bleibt der Übergang von den Grundschulen auf die weiterführenden Schulen mit 770 Schülern auf Niveau des Vorjahres, sagt der Leiter des Fachbereichs Bildung, Wolfgang Sappert. Dazu kämen noch jene Schüler, deren Eltern sie aus verschiedenen Gründen noch nicht angemeldet haben; das könnten 20 bis 40 sein. Aus dem Umland kommen indes viel weniger Schüler nach Flensburg als noch vor einigen Jahren; dort wird der demografische Wandel stärker sichtbar. „Wir haben deutlich weniger Schüler aus Munkbrarup und Glücksburg“, sagte Peter Sellmer, Leiter der Käte-Lassen-Schule. Mit insgesamt 73 Anmeldungen sei er jedoch sehr zufrieden; man werde erneut drei fünfte Klassen haben.

Der Trend zu den Gymnasien war schon im vergangenen Jahr zu erkennen. Er liegt, so die Vermutung der meisten Schulleiter, an der Abschaffung der Schulartempfehlung: Jetzt schon zum zweiten Mal konnten die Eltern vollkommen frei entscheiden, auf welche Schule sie ihr Kind schicken. Sie bringen meist auch kein Notenzeugnis mehr mit, sondern einen Entwicklungsbericht. In den Gemeinschaftsschulen wird damit gerechnet, dass es gegen Ende des kommenden Schuljahres zu einer spürbaren Zahl an Wechslern von den Gymnasien geben werde – Schüler, bei denen es am Ende dann doch nicht fürs Gymnasium reicht. Diese Schüler müssen dann in den laufenden Betrieb der Gemeinschaftsschulen integriert werden. „Ganz viele Fragezeichen“ sieht Thorge Arp, Leiter der Gemeinschaftsschule West, bei der großen Zahl an Meldungen für das Alte Gym – und rechnet jetzt schon mit vielen Wechslern, unter anderem an seine Schule. „Das ist eine Situation, die uns schon nervt“, räumt er ein.

Für die Auguste-Viktoria-Schule (AVS) zeigte sich Schulleiter Markus Eckert sehr zufrieden: Mit 123 Anmeldungen liege man bei 20 über dem Vorjahr und könne mit fünf Klassen ins nächste Schuljahr starten. Für die G8-Gymnasien sei das besonders wichtig, da im Sommer zwei komplette Jahrgänge mit dem Abi die Schule verlassen. Bei der AVS sind das neun Klassen, am Fördegymnasium derer sechs. Dort geht Schulleiter Frithjof Höhnke mit fünf fünften Klassen ins neue Schuljahr und ist entsprechend mit 135 Anmeldungen „sehr zufrieden“. Man habe einen „ganz guten Eindruck von den Kindern, die kommen“; mit jedem sei bei der Anmeldung ein Gespräch geführt worden. Das Alleinstellungsmerkmal G9 habe sicher eine erhebliche Rolle bei der Entscheidung vieler Eltern gespielt. Doch auch die Sportklasse sei stark nachgefragt.

Weniger zufrieden ist Arnd Reinke, Leiter der Goethe-Schule. Bei 61 Anmeldungen könne man noch nicht sicher von drei Klassen ausgehen: „Wir arbeiten dran.“ Eine Erklärung für die Zahl habe er nicht. „Mit der Ausrichtung der Schule sind wir auf dem richtigen Weg“, betonte Reinke.

Die Comenius-Schule ist mit 33 Anmeldungen zwar wieder Schlusslicht bei den neuen Fünftklässlern. Schulleiter Thomas Nonn sieht für die Gemeinschaftsschule, die sich mit Naturwissenschaft und Technik profilieren will, aber nach 18 Meldungen 2015 einen deutlichen Aufwärtstrend: „Ich mache mir keine Bestandssorgen, eher Sorgen über mögliche fehlgeleitete Kinder.“

Von einer „Erdrutsch-artigen Verschiebung hin zu den Gymnasien“ spricht Fabian Halbe, Leiter der Frithjof-Nansen-Schule. Eine einfache Erklärung für diesen Trend hat auch er nicht. Aber einen Ansatz: „In der Wahrnehmung vieler Eltern schultern die Gemeinschaftsschulen die ganze Last der Inklusion.“ Und – so sagt er ganz deutlich – manche Eltern schicken ihr Kind ganz bewusst nicht auf so eine Schule, weil sie Nachteile für ihr Kind befürchten. „Eltern wollten eine Garantie von mir, dass ihr Kind nicht in eine I-Klasse kommt“, berichtete Halbe von Gesprächen mit Eltern. Doch auch bei „nur“ 81 Anmeldungen werde man vierzügig ins neue Schuljahr gehen – und er rechne damit, dass noch viele Schüler von den Gymnasien dazu kommen werden.

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erstellt am 10.Mär.2016 | 12:04 Uhr

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