Schafflund : Schüler setzen den Rotstift an

Unter der Leitung von Schafflunds Bürgermeisterin Constanze Best- Jensen (Mitte) konstituierte sich der aus Schülern bestehende fiktive Gemeinderat.
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Unter der Leitung von Schafflunds Bürgermeisterin Constanze Best- Jensen (Mitte) konstituierte sich der aus Schülern bestehende fiktive Gemeinderat.

Im Rollenspiel lernen die Jugendlichen kommunalpolitische Gremien kennen und müssen Entscheidungen treffen.

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04. Oktober 2013, 07:45 Uhr

Im Rahmen des „Roten Fadens der Berufs- und Lebensvorbereitung“ wurden die Schüler aus den 10. Klassen der Schafflunder Grund- und Gemeinschaftsschule an die demokratischen Strukturen der verschiedenen politischen Ebenen herangeführt. Neben Besuchen im Land- und Kreistag sowie in der Amtsverwaltung fand ein Rollenspiel „Gemeindevertretung“ statt. Dabei wurde ein fiktiver Gemeinderat gewählt, der unter dem Vorsitz von Schafflunds Bürgermeisterin Constanze Best- Jensen zur konstituierenden Sitzung zusammen trat. Auch die Amtsvorsteherin des Amtes Schafflund, Gudrun Carstensen, beobachtete die Sitzung.

Die Bürgermeisterin erläuterte den Ablauf einer solchen Sitzung, deren Leitung sie nach der Vereidigung von Björn Peper als fiktivem Bürgermeister an ihn übergab. Peper setzte sein frisch erworbenes Wissen sogleich ein und vereidigte seinen Stellvertreter Tom Schmohl.

Wie im wirklichen Leben wurden Ausschüsse gebildet. Nicht nur die Ausschussmitglieder der drei Fraktionen, sondern auch alle anderen Schüler erhielten Arbeitsaufträge in Form einer „Rollenkarte“. Sie sollten sich als Interessenvertreter von Sportverein, Feuerwehr, Naturschützern oder dem Schwimmbadverein für ihre jeweils ganz speziellen Interessen einsetzen.

Die von den Schülern zu lösende Problemlage bestand darin, dass die Realisierung aller gewünschten Maßnahmen zu einem Defizit von rund zwei Millionen Euro führen würde. Wie in der realen Politik wurde in den Ausschuss- und Fraktionssitzungen kontrovers über Einsparpotenziale, Einnahmeverbesserungen und natürlich auch Kreditaufnahmen diskutiert.

In der abschließenden „Gemeinderatssitzung“ stimmten die Schülervertreter schließlich in erster Linie für Kürzungen oder Streichungen von Haushaltsansätzen und nur für eine vergleichsweise geringe Kreditaufnahme von rund 200 000 Euro. Geplante Ausgaben von rund 1,8 Millionen Euro fielen dem Rotstift zum Opfer. In der abschließenden Feedbackrunde gab es viele positive Rückmeldungen zum Rollenspiel und auch konkrete Verbesserungsvorschläge für das nächste Jahr.

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