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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 12:52 Uhr

Bürgerwette : Schüler opfern ihr Taschengeld

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Alt und jung ziehen an einem Strang: In der Gemeinschaftsschule West und im Café 50 plus wird fleißig für den Bürgerfonds getrommelt.

Jetzt hat die Bürgerwette auch auf den Flensburger Schulhöfen Einzug gehalten. Eine der ersten Schulen, die eine Sammelaktion initiiert haben, ist die Gemeinschaftsschule West. Ursprünglich wollten Luisa-Marie Kordt (16), Lea Pohlke (14), Sophie Schröder und Carrie Suckow (beide 15) die Aktion auf ihre Klasse – die 10 b – beschränken. Doch nun machen alle mit. Das Ziel: 412 Schüler geben jeweils einen Euro. Und Sophie ist sich sicher: „Wir schaffen das!“

Schon jetzt sind die Spendendosen gut gefüllt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das emsige Mädchen-Quartett sich nicht zu schade war, von Klasse zu Klasse zu laufen, um Werbung für die gute Sache zu machen. Selbst über Lautsprecher verbreiteten sie ihre Botschaft mit den notwendigen Informationen in alle Räume und die Sporthalle. Auch die Lehrer wollten sich da nicht verstecken und ließen sich den einen oder anderen Schein entlocken.

90 777 Euro müssen bekanntlich mit Ablauf des Monats September auf dem eigens eingerichteten Konto der Nospa (siehe unten) eingegangen sein, damit die Stadt und seine Bürger die Wette gewinnen – bis jetzt sind fast 11 000 Euro eingegangen. Es bleibt also noch viel zu tun. Viele Münzen und Scheine sind allerdings noch im Umlauf und werden erst nach dem finalen Kassensturz eingezahlt.

„Es ist ja nicht dramatisch viel, was die Menschen geben müssen, um etwas für ihre Stadt zu tun“, sagt Carrie. Insofern habe sie ein gutes Gefühl, dass die Wette gewonnen werden könne. Doch ihre Klassenkameradin hält dagegen. „Es ist eher unwahrscheinlich, dass es klappt“, macht Luisa-Marie wenig Mut. Ihrer Ansicht nach wissen noch nicht genug Menschen in Flensburg Bescheid, worum es eigentlich geht. Und ob jeder wirklich einen Euro übrig hat?

Das wissen spätestens seit gestern die gut 50 Besucher des Café 50 plus. Diakoniepastor Thomas Nolte erläuterte ihnen im Johanniskirchhof die „Aktion 90 777“ und ließ sogleich die Spendendose kreisen. Alle waren von dem Projekt angetan. Auch Anka Riese ließ sich nicht zweimal bitten. „Das kommt von Herzen“, sagte sie. Und Helmut Mader vom neu formierten Café-Team spornte an: „Ein kleiner Schritt, den man tut, ist besser als ein großer Schritt, den man nicht tut.“

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