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Frühjahrsumfrage Arbeitgeberverband : Schub für die Flensburger Wirtschaft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Konjukturumfrage des Arbeitgeberverbandes sieht deutlich bessere Stimmung – vor allem bei exportorientierten Unternehmen.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2017 | 12:00 Uhr

Fabian Geyer ist vom Ergebnis seiner Frühjahrsumfrage selbst überrascht: „Tatsächlich hat die Konjunktur nochmal einen Schub bekommen“, sagt der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Flensburg – Schleswig – Eckernförde. Für Geyer ist es eine Steigerung in bemerkenswerter Weise.

Beispiel Umsatz: Die Umsatzerwartungen entwickeln sich im Vorjahresvergleich deutlich günstiger: Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen (65 Prozent) gehen von steigenden Umsätzen aus, im Vorjahr war es genau die Hälfte. 13 Prozent erwarten gleichbleibende Umsätze (Vorjahr 15), 22 Prozent befürchten schrumpfende Geschäfte (Vorjahr 35). Der Grundoptimismus, dass die regionale Wirtschaft doch noch einmal einen Schub gegenüber dem Frühjahr 2016 bekommt, habe sich bestätigt: „Die Unternehmen haben zum Teil höhere Preise durchgesetzt – oder sind in ihren Preiskalkulationen mutiger geworden“, sagt Geyer.

Erfreulich für die Wirtschaft zwischen Flensburger Förde und Eckernförde ist auch, dass die wichtigen exportorientierten Unternehmen etwas mehr erwarten. Durch neue Freihandelszonen ergeben sich für diese Firmen auch neue Geschäftsfelder. Fast 40 Prozent der Firmen gehen von einem erhöhten Umsatz aus – im Vorjahr waren das noch 32 Prozent.

Verschiebungen gegenüber dem Vorjahr gab es bei den Investitionen: Zwar wollen immer noch gut die Hälfte der Betriebe (52 Prozent) mehr investieren, die restlichen 48 Prozent allerdings weniger (Vorjahr: 53 Prozent mehr, 13 Prozent, gleich, 34 Prozent weniger): „Die Unternehmen, die ich besucht habe, haben nachhaltig investiert“, sagt Geyer. Seine Erklärung: „Auf dem hohen Niveau des Vorjahres konnte das eigentlich nicht bleiben.“ Positiv für den Verbandsgeschäftsführer ist, dass mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der regionalen Wirtschaft in Qualität und Erneuerung investiere, weitere 34 Prozent investierten in Erweiterung, nur elf Prozent in Rationalisierung (Vorjahr: 66 Prozent Erweiterung, 24 Prozent Erneuerung, 10 Prozent Rationalisierung).

Beim Personal sieht die Lage geringfügig schlechter aus als vor Jahresfrist: Aber immerhin jeder fünfte Betrieb stellt mehr ein (Vorjahr: 28 Prozent), 67 Prozent der Unternehmen halten ihre Stammbelegschaft, 13 Prozent der Firmen wollen reduzieren. Insgesamt gibt Geyer hier zu bedenken: „Es gibt Unternehmen, die finden für bestellte Tätigkeiten keine Fachkräfte mehr.“ Neben den Dauerbrennern in den Ingenieursberufen und bei den IT-Fachleuten gehe es um weitere industrienahe Berufe, aber auch um Pflegekräfte und Berufskraftfahrer. Geyer erklärte mit Blick auf die Pflegeberufe, dass man hier bei der Entgeltentwicklung auf einem besseren Weg sei: „Die Leute kommen nur bei attraktiven Bedingungen.“

Auch der Ausbildungsmarkt zeigt sich der Umfrage zufolge stabil. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Ausbildungsbemühungen erhöhen möchten, stieg sogar leicht von 12 auf 17 Prozent. „Die Unternehmen sehen 2017 schon als positives Jahr. In der Wirtschaft herrscht kein Pessimismus.“

In einer Sonderabfrage ermittelte Geyer aufgrund der überregionalen politischen Diskussion den Anteil der befristeten Arbeitsplätze in den Unternehmen. Ergebnis: Die Quote liege überwiegend unter sechs Prozent – höher liege sie allein bei Betrieben mit Saisongeschäft. Es gebe keinerlei Tendenz, dass befristete Verträge zur Unternehmenspolitik gehörten. Einzige Ausnahme: „Einen höheren Anteil an befristeten Arbeitsverhältnissen gibt es lediglich an Hochschulen und Schulen.“

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