Kultur in Flensburg : Schrift und Sprache als Kunst

Half bei der Zusammenstellung: Jochen Arlt mit drei der sechs Gouachen von 1986.
Half bei der Zusammenstellung: Jochen Arlt mit drei der sechs Gouachen von 1986.

Ausstellung zum 70. Geburtstag von Elsbeth Arlt bei Thomas Messerschmidt

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15. März 2018, 10:25 Uhr

Was mag das nur sein – ein „B-Hase“? Ganz sicher hat sich die Künstlerin etwas dabei gedacht, damals, 1986, als sie eine Reihe großformatiger Gouachen schuf, von denen drei eine Zeit lang bei Torsten Albig im Dienstzimmer hingen. Sechs von ihnen zieren jetzt eine Wand in der Kunsthandlung Messerschmidt, die bis Ende des Monats eine Ausstellung aus Anlass des heutigen 70. Geburtstags von Elsbeth Arlt zeigt.

Obwohl nur ein winziger Ausschnitt ihres ausschweifenden Gesamtwerks, zeigt die Auswahl doch ziemlich gut, worauf es Elsbeth Arlt, die im Juli 2015 verstarb, in ihrer Kunst ankam.

Einzigartig war und ist die Art, wie Elsbeth Arlt Sprache, Worte und Schrift in ihrer Kunst verarbeitet hat. Ob es nun eine lapidares „landläufig“ unter einem roten Stiefelpaar ist, das Zitat-Fragment „never leave the artist’s mind“ unter einem Ausschnitt aus Dürers „Apokalypse“ oder aber farbige Tafeln mit Hinweispfeilen und Wörtern wie „idea“, „exit“ oder „bankautomat“ sind. Sie hat Buchstaben, Satzzeichen, Worte und Sätze zur eigentlichen Kunst erhoben – das sieht man auch in dieser Ausstellung wieder ganz deutlich, die Messerschmidt zusammen mit Jochen Arlt und dessen Bruder Peter gestaltet hat.

Breiten Raum nehmen die Bearbeitungen von Dürers Apokalypse ein. So stellte die Künstlerin extreme Ausschnittsvergrößerungen aus Dürers Werk in wirkungsvollen Kontrast zu aktuellen Zeitungsmeldungen oder zur Werbung der Telekom in grellem Magenta.

Die grünen „Geflechte“ mit „rotem Faden“ wirken wie eine extreme Vergrößerung der Leinwand-Struktur. „Ein Gewebe auf einem Gewebe. Ein Spiel gleichsam mit doppeltem Boden und Hintersinn, in dem die Künstlerin ihr Tun und die Malerei an sich reflektierte“, erläuterte Dorothee Bieske in ihrer Eröffnungsrede.

Viele der Bilder sind erstmals in Flensburg zu sehen; die Auswahl orientiert sich grob an einer Ausstellung, die Elsbeth Arlt 2015 für das Gästehaus der Landesregierung konzipiert hatte.

Elsbeth Arlt 70; bis 31. März, Kunsthandlung Messerschmidt, Norderhofenden 16, kunst-messerschmidt.de

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