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Dreister Diebstahl : Schreck für Charly Schreckschuss

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Während er in der Tapas-Bar “La Tasca“ isst, wird die Brieftasche vom 64-jährigen Musiker Charly Beutin aufgeschnitten. Ein Diebes-Trio stiehlt daraus eine größere Summe Bargeld.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | „Der Mann muss ein Künstler sein“, sagt Blues- und Rock-Sänger Charly Beutin, unter seinen Fans bekannt als Charly Schreckschuss. Doch damit meint er keineswegs einen jungen Nachwuchsstar, sondern den Dieb einer dreiköpfigen Gruppe, der ihm am Sonnabend in der Tapas-Bar „La Tasca“ eine höhere Geldsumme aus seiner Brieftasche gestohlen hat. Das Geld wurde aber nicht einfach aus der Börse herausgenommen, sondern auf eine professionelle und dreiste Art, wie Beutin findet, entwendet.

Es ist Sonnabendabend und Beutin geht mit seiner Frau Hanna in die „Tasca“, um dort zu essen. Er sei gern in der Tapas-Bar, denn das Essen schmecke ihm gut. Was ihm aber nicht gefällt: „Dass man da so eng beieinander sitzt, wie der Affe auf dem Schleifstein.“ Rund fünf Zentimeter Platz seien zwischen ihm und dem Stuhl hinter ihm gewesen. Beutin hängte sein Cord-Sakko auf den Stuhl, in dessen Innentasche er seine Brieftasche aufbewahrte. Alles verläuft normal, das Ehepaar bestellt und freut sich auf das Essen. Bis der 64-Jährige merkt, dass sich jemand hinter ihn setzt. Seine Frau Hanna erzählt ihm später von drei Männern mit osteuropäischem Erscheinungsbild, die nach zehn Minuten aus dem Restaurant verschwinden, ohne etwas zu bestellen.

Beutin denkt sich nichts dabei. Als das Paar gegessen hat und die Rechnung bestellt, greift der Musiker nach seiner Brieftasche. „Ich merkte sofort, dass etwas nicht stimmt“, sagt er. Als er die Börse in der Hand hält, sieht er, dass sie an der kurzen und der Längsseite aufgeschlitzt war, „an der Jacke war aber nichts dran“. Beutin öffnet die Brieftasche und stellt fest, dass das gesamte Bargeld weg war. Den Führerschein und andere Dokumente haben die Diebe aber zurückgelassen. „Die Börse wurde mit einem skalpellartigen Teil aufgeschnitten“, ist er sich sicher. Und fügt hinzu: „Da waren Vollprofis am Werk.“

Sofort fährt er zur Polizei, um Anzeige zu erstatten. Seine Brieftasche wird von der Polizei einbehalten, um DNA-Spuren zu sichern.

Beutin vermutet, dass eine Diebesbande in Flensburg ihr Unwesen treibt. Das kann Polizeisprecher Markus Langenkämper aber nicht bestätigen. „Bisher ist in der Stadt kein vergleichbarer Fall aufgetreten, auch nicht in der ,Tasca‘“, erklärt er. Die Polizei halte Beutins Geschichte zudem für unschlüssig. Zum einen sei es komisch, dass jemand so viel Bargeld bei sich trägt. Der Sänger begründet das damit, dass er in den nächsten Tagen einige Beträge bezahlen muss – in bar. Ein weiterer Sachverhalt, der die Beamten stutzig gemacht hat, ist Langenkämper zufolge die Art und Weise, in der die Brieftasche aufgemacht wurde. „Es sieht aus, als ob sie jemand aufgerissen hat“, analysiert er. „Wäre sie aufgeschnitten worden, müsste sie anders aussehen.“ Ausschließen will Langenkämper aber nichts. „Es ist noch zu früh, um sich festzulegen“, sagt er. „Die Ermittlungen dauern noch an.“

Der 64-jährige hofft nach einem Gespräch mit dem Wirt, dass sich bald Zeugen melden, um den Diebstahl aufzuklären. Seiner Aussage nach gebe es Restaurantbesucher, die die dreiköpfige Gruppe gesehen haben müssen. Unter anderem ein dänisches Ehepaar. Da alle, die einen Tisch reservieren, ihre Telefonnummer hinterlegen, hofft er nun, dass der Wirt Zeugen ausfindig macht und sich diese an die Polizei wenden.

Wer am Sonnabend in der „Tasca“ die drei Männer gesehen oder etwas anderes beobachtet hat, kann sich bei der Polizei unter Telefon 0461-4840 melden.

 

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