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Umsatzrekord bei Fleggaard : Schranke für den Grenzhandel: Dansk Folkeparti will Biersteuer abschaffen

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Aus der Onlineredaktion

Für Süddänemarks Einzelhandel ist die Billig-Konkurrenz durch den Grenzhandel ein wachsendes Problem. Als Gegenmaßnahme will die dänische Rechte die Bierpreise drosseln.

Harrislee | Die Umsätze beim Grenzhändler Fleggaard steigen stetig. Im Juli verzeichnete das Unternehmen einen Rekordumsatz. Doch die Goldgräberstimmung könnte bald ein Ende haben. Denn dänische Politiker sehen in dieser fortlaufenden Entwicklung einen Grund, die Besteuerung von Bier im eigenen Land auf den Prüfstand zu stellen, damit das Geld im Land bleibt.

Fleggaard-Geschäftsführer Mike Simonsen ist da anderer Meinung. Der Trend zeige vielmehr, dass die Versuche der dänischen Politik, den grenzüberschreitenden Handel durch Senkung der Steuern auf Softdrinks und teilweise Bier zu bändigen, wirkungslos seien. Die Dänen liebten den Grenzhandel, so Simonsen gegenüber der Zeitung „Jydske Vestkysten“.

Die 60 Grenzläden mit 3000 Beschäftigten machen jährlich 800 Millionen Euro Umsatz. Kerngeschäft sind Sodawasser und Bier. Das Einkaufen in Grenzshops ist unter anderem beliebt, weil in Deutschland mit 9,44 Euro pro Hektoliter das Bier weniger besteuert wird als in Dänemark (36,03 Euro).

 

Allerdings haben die Geschäfte in Südjütland unter diesem Abfluss der Kaufkraft durch die deutsche Niedrigpreis-Konkurrenz zu leiden. Die rechte Dansk Folkeparti, die im Grenzgebiet ihre größte Wählergunst verzeichnet, will dem pulsierenden Grenzhandel daher einen neuen Riegel vorschieben. Der steuerpolitische Sprecher Dennis Flydtkjær erwiderte Simonsens Worten, die Senkung der Steuern für Softdrinks und Bier vor einigen Jahren seien effektiv, auch wenn sie beinahe eine Milliarde Kronen im Jahr kosteten. DF will nun weitere Schritte gehen, um den Aderlass der Krone abzubinden.

„Wenn der grenzüberschreitende Handel weiter so floriert, müssen wir Initiativen ergreifen, um ihn einzudämmen. Wir möchten die Steuer auf Bier komplett abschaffen“, sagte Flydtkjær gegenüber JV. Auch für Spirituosen und Wein würden die Dänen gerne über die Grenze fahren.

Die in Kopenhagen regierende Venstre-Partei argumentiert ähnlich: „Wir müssen alles uns mögliche tun, um das Ausmaß zu begrenzen“, sagte die steuerpolitische Sprecherin Louise Schack Elholm.

Der Verband der Kaufleute in Dänemark begrüßt die Initiative, plädiert darüber hinaus für die Einführung der differenzierten Mehrwertsteuer, um wettbewerbsfähig zu sein. In Dänemark gibt es nur einen Umsatzsteuersatz. Er beträgt 25 Prozent und gilt auch für Lebensmittel, Süßigkeiten und Getränke. Von 2018 an müssen Dänen nach aktuellem Stand auch Pfand für Bier- und Limonadendosen im schleswig-holsteinischen Grenzhandel zahlen.

 

Dänische Steuersenkungen aufgrund des Grenzhandels:

Die Mitte-Links-Regierung der damaligen Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt präsentierte 2013 die Abgabensenkungen auf Sprudel und Bier als Teil eines umfassenden „Wachstumsplans“ zur Ankurbelung der dänischen Konjunktur.

- Zum 1. Juli 2013 wurde die Steuer auf Softdrinks halbiert, zum 1. Januar 2014 dann komplett abgeschafft. Dadurch wurde die 1,5-Liter-Flasche Coca-Cola um knapp sieben Kronen, also etwa 90 Cent billiger.

- Die Biersteuer wurde zum 1. Juli 2013 um 15 Prozent 1. Juli 2013 gesenkt, aber nicht abgeschafft.

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erstellt am 05.Aug.2015 | 14:48 Uhr

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