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Flensburger Tageblatt

16. Dezember 2017 | 21:48 Uhr

Bau-Plan : Schottweg: Servicehaus statt Hochhaus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Präsentation im Planungsausschuss: Der Selbsthilfe-Bauverein will an der Nordstraße einen vierten Komplex für betreutes Wohnen in der Stadt errichten

shz.de von
erstellt am 18.Mär.2015 | 08:00 Uhr

Es war über Jahrzehnte Stadtbild-prägend. Das Schottweg-Hochhaus war nach Flensburger Maßstäben ein Koloss – es gab nicht viele, die ihm nachweinten, als es 2010 abgebrochen wurde. Die seither ungeklärte Frage, was aus dem brach liegenden Grundstück werden soll, ist seit gestern geklärt. Der Selbsthilfe-Bauverein (SBV) will an der Kreuzung Schottweg/Nordstraße ein Servicehaus mit ambulanter Betreuung errichten. Gestern stellte das Architekturbüro Asmussen & Partner im Planungsausschuss das neueste Projekt des SBV vor.

12 Millionen Euro will die Genossenschaft in die Hand nehmen, um auf einem Grundstück, das lange als Ladenhüter galt, eine anspruchsvolle Wohnanlage zu errichten. Schon die Vorbesitzerin, die Neue Lübecker Baugenossenschaft, war am Ende nicht mehr glücklich mit Standort und Immobilie. Die nach dem Bau der Osttangente unruhige Lage an einer der meistbefahrenen Flensburger Kreuzungen war einer der Gründe für den Abriss. Wenn der SBV jetzt dennoch viel Geld an diesem Standort investiert, dann mit dem Ehrgeiz, hier eine Oase errichten zu können.

Geplant sind rund 80 Wohnungen für die Generation 60 plus in einem dreiteiligen Gebäudekomplex. Die Wohnungsgrößen schwanken zwischen 45 und 65 Quadratmetern, für das Erdgeschoss sucht und wünscht sich SBV-Geschäftsführer Raimund Dankowski Arztpraxen und Anbieter von Gesundheitsdiensten. „Wir sind am Sondieren, Interessenten können sich aber auch gerne melden.“

Perfekt ist noch nichts – das Projekt befindet sich noch nicht einmal in der Bauplanung. Volker Dücker von Asmussen & Partner betonte bei der Vorstellung, dass es sich lediglich um ein Konzept handele, das noch viel Bewegungsspielraum lässt. Die gestern gezeigte Skizze bewegt sich in den Grenzen der Altbebauung – auch in der Massivität. Das Ensemble von drei Gebäuden hat elf, sechs und vier Geschosse, die östliche Ausrichtung hin zum Wasserlooser Weg soll eine lärmfreie Zone schaffen, in der ein Café (in der lebhaften Diskussion kam der Wunsch nach einer Wintergarten-Lösung auf) ebenso wie ein großzügiges Erdgeschoss im Hauptturm Begegnungs- beziehungsweise Gemeinschaftsflächen bietet. Die Wohnungen sind zur Nordstraße beziehungsweise zum Schottweg hin ausgerichtet – der Sonne wegen. Auf den Grünflächen des 6700 Quadratmeter großen Grundstücks sind Gewächshaus und Flächen für urbanes Gärtnern vorgesehen, wobei die Gartenflächen Wackelkandidaten sind. Ein Teil des Grundstücks gehört nur auf Widerruf zum Gesamtkomplex. Sollte die Stadt hier die Nordstraße Richtung Kappeln vierspurig ausbauen, schrumpft das Gelände. Der SBV weiß um die Schwächen des Standorts, sieht aber auch Stärken: die kurze Distanz zum Osbektal, die gute Nahversorgung – die gute Verkehrsanbindung.

Der Ausschuss nahm den Entwurf wohlwollend zur Kenntnis – es gab aber auch kritische Anmerkungen. Ekkehard Krüger vom Seniorenbeirat hat Probleme mit der Massierung. „80 Wohnungen nur für alte Menschen, das sehen wir sehr, sehr kritisch. Ich hoffe, man kriegt es in Flensburg mal hin, kleinere Bauwerke in den Quartieren zu verteilen.“ Glenn Dierking (SSW) war mit der Ausrichtung des Komplexes auf dem Grundstück unzufrieden. „Man sollte nicht akribisch an den Baugrenzen kleben. Die beste Fläche ist für Park-Plätze reserviert, in den Gebäuden gibt es für alte Menschen nur lange Flure und keine attraktiven Gemeinschaftsflächen“, meinte der. Dass die Loggien (jede Wohnung hat eine) genutzt werden, bezweifelte der SSW-Ratsherr. „Man sieht schon in den weiter entfernt von der Nordstraße stehenden Nachbarhäusern: Da haben die Leute ihre Balkone teilweise schon dicht gemacht.“

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