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Nach tödlichem Unfall : Schon wieder Unfall an der Grenze

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein 40-Tonner rammt einen 40-Tonner am Stauende. Die Polizei sichert die A 7 unter Blaulicht. Stauschilder aus der Zeit vor Schengen werden wieder aktiviert.

Flensburg | Nur 24 Stunden nach dem verheerenden Auffahrunfall an der deutsch-dänischen Grenze hat es auf der A 7 wieder gekracht. Dieses Mal fuhren zwei Lkw ineinander. Wiederum ereignete sich der Unfall am Ende eines Staus, der durch die dänischen Grenzkontrollen bei der Einreise ins Königreich zeitweilig hervorgerufen wird. Es blieb es allerdings bei Blechschäden. Am Montag hatte ein Auffahrunfall 1000 Meter weiter südlich den Fahrer das Leben gekostet.

Wie berichtet, war etwa drei Kilometer vor der Grenze der 64 Jahre alte Geschäftsführer eines Anlagenbaubetriebs in Kratzenburg bei Waren(Müritz) mit seiner Mercedes S-Klasse nahezu ungebremst und mit sehr hoher Geschwindigkeit in den Auflieger eines stehenden polnischen Lkw-Gespanns gerast. Die schwere Limousine hatte sich unter den Hänger geschoben, das Dach des Fahrzeugs war bis zur B-Säule abrasiert worden. Der Fahrer starb hinter dem Lenkrad.

Gestern erkannte der Fahrer einer rumänischen Zugmaschine mit dänischem Auflieger das Stauende zu spät. Er versuchte noch, mit seinem 40-Tonner auf die linke Spur auszuweichen, doch das Manöver kam zu spät. Er fuhr ins Heck des litauischen Sattelzuges, der am Stauende gehalten hatte. An beiden Fahrzeugen entstand ein (geschätzter) Sachschaden in Höhe von rund 50  000 Euro, verletzt wurde niemand, die A 7 Richtung Norden musste kurzzeitig voll gesperrt werden.

Die Polizei hat jetzt auf diesen zweiten gefährlichen Zwischenfall binnen 24 Stunden reagiert. „Ab sofort werden bei Staulagen durch das Autobahnpolizeirevier Schleswig-Schuby Streifenwagen mit Warneinrichtung auf der A7 vor der Grenze postiert“, sagt Volker Kumm, Leiter des Autobahnreviers Schleswig. Noch in dieser Woche sollen dazu alte Warnschilder aus der Zeit vor dem grenzenlosen Europa wieder aufgebaut werden, die auf die Staugefahr infolge der dänischen Grenzkontrollen hinweisen. Laut Polizeisprecherin Franziska Jurga wollen zudem die dänischen Polizisten ihre deutschen Kollegen über etwaige Staubildungen bei der Grenzabfertigung informieren.

Die Ursache des tödlichen Unfalls vom frühen Montag ist noch immer nicht geklärt – und wird womöglich auch nie völlig geklärt werden. Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt, Sprecherin der Flensburger Ermittlungsbehörde, teilte auf Anfrage mit, dass die Staatsanwaltschaft keine weiteren Ermittlungen verfolge, weil eine Straftat nicht vorliege. Der Leichnam des Unfallfahrers werde nicht obduziert werden. Am Unglückstag war noch kolportiert worden, dass eine gerichtsmedizinische Untersuchung klären sollte, ob möglicherweise ein Körperversagen zu dem Auffahrunfall geführt hatte. Der Mercedes war auf der rechten Fahrspur in den Lkw gefahren, Zeugen hatten sich noch gewundert, dass der Fahrer auf dem übersichtlichen Streckenabschnitt nicht einfach auf die freie linke Spur gewechselt war. Hingegen soll ein technisches Gutachten Aufschluss darüber geben, ob die umfangreichen Assistenz- und Warnsysteme des Luxusautos aktiviert und funktionstüchtig waren.

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erstellt am 02.Mär.2016 | 07:30 Uhr

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