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Feuerteufel in Flensburg? : Schon wieder brennt es auf Jürgensby

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nachdem in der Clädenstraße ein Keller und eine Wohnung ausgebrannt sind, konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen möglichen Brandstifter

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2015 | 07:49 Uhr

Langsam wird es unheimlich: Gibt es einen Feuerteufel, der die Einsatzkräfte seit Sommer in Atem hält? „Auch wenn wir die Brandursachen nicht kennen, ist das eine besorgniserregende Entwicklung“, sagt Kay Jürgensen, der den jüngsten Einsatz am Dienstagabend in der Clädenstraße 10 und 10a koordinierte.

Wieder ein Feuer mit unbekannter Ursache im Stadtteil Jürgensby – bereits das achte Mal innerhalb von sieben Monaten – gelegt in Kellern oder Abstellräumen. Die Feuerwehr konnte mehrere Menschen, darunter auch Kinder, rechtzeitig in Sicherheit bringen. Jetzt wird fieberhaft nach einem Brandstifter gesucht, der für die Taten verantwortlich sein könnte. Der Gesamtschaden bewegt sich im hohen fünfstelligen Bereich.

In der Clädenstraße war es der Keller eines großen Mehrfamilienhauses, der aus noch ungeklärter Ursache kurz vor 21 Uhr der in Brand geriet. Mehrere Menschen wurden von der Feuerwehr gerettet – einige mussten in den Wohnungen im oberen Stock ausharren, da das Treppenhaus für eine Rettung zu verqualmt war.

Mieter des Hauses und benachbarter Wohnungen meldeten den Brand der Rettungsleitstelle. Neben der Berufsfeuerwehr wurden auch die Freiwilligen Feuerwehren Jürgensby und Engelsby sowie Notarzt und mehrere Rettungswagen alarmiert. Insgesamt waren 44 Feuerwehrleute und sechs Mitarbeiter des Rettungsdienstes im Einsatz. „Bei unserem Eintreffen qualmte es sehr stark aus dem Keller, auch die Treppenräume waren bereits stark verraucht“, schildert Einsatzleiter Kay Jürgensen. Mehrere Bewohner konnten von der Feuerwehr ins Freie gebracht werden – einige mussten jedoch in ihren Wohnungen in den oberen Stockwerken ausharren. „Da es aufgrund der engen Bebauung keine Aufstellmöglichkeit für die Drehleiter gab, waren die kaum verrauchten Wohnungen im fünften Stock in diesem Fall sicherer als eine Rettung durch das Treppenhaus“, erklärt Kay Jürgensen.

Nachdem der Brand nach rund einer Stunde unter Kontrolle gebracht war, wurden auch diese Bewohner, bei denen es sich um zwei Familien mit insgesamt drei Kindern– darunter auch ein Säugling – handelt, ins Freie gerettet. Insgesamt hatten sich bei Brandausbruch 21 Menschen in dem großen Altbau-Eckhaus aufgehalten, das jetzt vorübergehend unbewohnbar sein dürfte. Einige Bewohner entschieden sich dennoch, wieder in ihre Wohnungen zurückzukehren, obwohl die Stromversorgung des Gebäudes inzwischen abgeschaltet war. Verletzt wurde lediglich eine Person, die mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die anderen Bewohner wurden zunächst in einem Linienbus betreut. „Entscheidend zu diesem glimpflichen Verlauf hat die Tatsache beigetragen, dass die Bewohner den Anweisungen der Feuerwehr gefolgt sind und nicht versucht haben, das Gebäude über den verrauchten Treppenraum zu verlassen“, sagte Zugführer Marco Bayer von der Berufsfeuerwehr.

Aufgrund der massiven Brandentwicklung im Keller breitete sich das Feuer auch in eine Wohnung im Erdgeschoss aus. „Durch die hohe Brandlast abgestellter Gegenstände im Keller“, so Jürgensen, „war die Brandbekämpfung relativ langwierig.“ Die Kriminalpolizei nahm noch während der Löscharbeiten erste Ermittlungen auf.

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