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Schandfleck der Innenstadt : Schönheitskur für den Bahndamm

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Bautrupp der Bahn beseitigt die gröbsten Mängel und sichert die Arkaden-Öffnungen. IG Altstadt Süd zeigt sich erfreut und will helfen.

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2013 | 07:21 Uhr

Flensburg | Sie sind das Gegenteil der Visitenkarte einer Stadt, die stolz auf ihre Altstadt ist und Touristen anlocken möchte. Zusammen mit den einer Ruine gleichenden Bröckelbauten des Kayser’s Hofs sind die Arkaden des Bahndamms an der Friedrich-Ebert-Straße der Schandfleck der Innenstadt. Doch jetzt passiert endlich etwas. Gestern rückte ein Bautrupp der Bahntochter DB Netz an, um die gröbsten Verunstaltungen zu beseitigen, die Anlagen zu sichern und die Eingänge zu den Gewölben im Inneren des Bauwerks wieder fest zu verschließen.

"Wir sind hier jetzt seit drei Jahren dran", sagt Peter Petersen von der Interessengemeinschaft (IG) Altstadt Süd. Den Geschäftsleuten der oberen Angelburger Straße ist der verheerende Zustand der verbretterten und mit wilden Plakatschichten übersäten Arkaden seit langem ein Dorn im Auge, weil sie befürchten, dass kein ortsfremder Passant oder Tourist einen Fuß in ihre Straße setzt, wenn er das desolate Ensemble passiert.

Es ist lange her, dass hier noch Leben herrschte. "Fischladen, Kiosk, Toilette, Kneipe", erinnert sich Petersen an frühere Nutzungen. "Wir haben ein Plakat gefunden, das wies auf eine Veranstaltung im Jahr 1989 hin", berichtet der Leiter des Bautrupps. Doch schon viele Jahre stehen die Gewölbe leer und verkommen. An eine Wiederbelebung und eine Nutzung nach dem Vorbild von Berlin oder Hamburg wird nicht gedacht - zu groß wäre der bauliche Aufwand. Zersplitterte Scheiben, Reste von Plakaten, Bauschutt, Unrat liegt in einem der geöffneten Gewölbe. Hier sollen hin und wieder Obdachlose Unterschlupf gefunden haben - die Vorstellung, hier übernachten zu müssten, ist wenig anheimelnd. "Eine Tür wurde aufgebrochen", sagt der Mann von der Bahn. "Im Grunde sichern wir hier nur die Bahnanlage."

Das wurde sicherlich auch Zeit. Im März hatte sich der Chef der Stadtplanung, Peter Schroeders, mit der Bitte an die Bahn gewandt, hier endlich tätig zu werden. Vor rund zehn Tagen gab es ein Treffen, ein weiteres ist in zwei Wochen geplant, um weitere Maßnahmen zu besprechen.

Die IG Altstadt jedenfalls ist froh, dass endlich etwas passiert. "Das gab doch ein schlechtes Bild für die Angelburger Straße", meint Claus Jepsen. Vorstellen kann man sich hier unter anderem eine geordnete Plakatwand für Veranstaltungen wie in der Unterführung der Segelmacher-Straße. "Die IG", so Peter Petersen, "ist bereit, sich bei der Pflege der Anlage zu engagieren und dafür auch Geld in die Hand zu nehmen."

Von weiteren baulichen Maßnahmen ist bei der Bahn in Hamburg nichts bekannt. "Für das Dampf-Rundum im Juli wird oben auf dem Bahndamm sicherlich die Vegetation zurückgeschnitten, damit die Dampfzüge dort durchkommen", so Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis.

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