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Landestheater Flensburg : „Schöne neue Spielzeit!“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Generalintendant Peter Grisebach stellt die neuen Ensemble-Mitglieder vor und blickt optimistisch in die Zukunft des Landestheaters.

Flensburg | Er habe sich maßlos geärgert, als er im Urlaub 10  000 Kilometer Luftlinie von Schleswig-Holstein entfernt erfuhr, dass die Kreise Dithmarschen und Schleswig-Flensburg 2019 das Landestheater verlassen wollen. „Wirtschaftlich ist das auszugleichen“, sagte Generalintendant Peter Grisebach gestern bei der Ensemblebegrüßung, „politisch jedoch trifft es den Lebensnerv des Landestheaters.“

Doch eigentlich herrschten fröhliche, optimistische Töne vor an diesem Vormittag im großen Theatersaal. Grisebach zitierte das Actori-Gutachten, das dem Landestheater „Zukunftsfähigkeit“ attestierte. „Schöne neue Spielzeit!“, riefen sich Sängerinnen und Tänzer, Dramaturgen und Garderobenfrauen, Bühnentechniker und Verwaltungsleute immer wieder zu. Am liebsten würde er alle einzeln umarmen, flötete Grisebach seinem Ensemble von der Bühne zu; in den engen Fluren hinter der Bühne hatte er zuvor immerhin einige erwischt, kräftig geherzt und dabei schon mal jemandem „Wie spricht man den neuen Tänzer aus?“ ins Ohr geraunt.

Denn das ist der Hauptanlass dieser schon traditionellen Veranstaltung: Vorstellung der Neuen. Ein Dutzend waren da, einige waren verhindert. Das Flensburger Ensemble wird noch internationaler und wohl auch noch jünger, einige kommen direkt von ihren Ausbildungsstätten. Sie kommen aus Taiwan und der Mongolei, aus den USA, Italien und weiten Teilen Deutschlands.

Mit Charme und Augenzwinkern stellte der Intendant die neuen Mitglieder vor: Der neue lyrische Tenor Christopher Hutchinson aus den USA begann seine Karriere in Europa „mit einem Vorsingen in Flensburg“. Er gilt als Spezialist für Mozart-Partien. Marian Müller, lyrischer Bariton, hat zwar in der letzten Saison schon in „Cosi fan tutte“ gesungen, doch gehört erst jetzt fest dazu. Die neue Regie-Assistentin Sophie Friedrichs versank fast in ihrem Sessel, als Grisebach sich einen Spaß daraus machte, sämtliche Fächer aufzuzählen, die die junge Frau an diversen Hoschulen studiert hat.

Gleich vier neue Tänzer bereichern das Ensemble von Katharina Torwesten. Sie kommen aus Japan und der Mongolei, aus Italien und Freiburg, heißen Risa Tero und Enkhzorig Narmandakh. Auch mehrere Gäste für die kommende Spielzeit wurden vorgestellt, u.a. Jasmin Bilek und Uli Scherbel, die als Polly und Bobby in dem Gershwin-Musical „Crazy for you“ singen und vor allem steppen werden.

Den meisten Applaus bekamen Veronika Röser (25 Jahre Betriebsbüro) und Volker Petersen, der seit 40 Jahren Schlosser in der Zentralwerkstatt ist, davon 38 Jahre in Flensburg.

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erstellt am 26.Aug.2015 | 16:00 Uhr

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