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Flensburger Tafel schlägt Alarm : Schöne Bescherung: Basar in Gefahr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Für den Kinderweihnachtsmarkt am 15. Dezember fehlt es an Geschenken - 500 kleine Gäste werden erwartet.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2016 | 10:00 Uhr

Kinderarmut greift immer weiter um sich. Und wie schon 2015 organisiert die Flensburger Tafel für Kinder aus hilfebedürftigen Familien einen Weihnachtsbasar. „Da wir schon im letzten Jahr fast 500 Kinder begrüßen durften und zu erwarten ist, dass dieses Mal noch mehr kommen werden, sind wir derzeit dringend auf der Suche nach Spendern, die bereit sind, Geschenke bei uns abzugeben“, sagt Mitarbeiter und Mitorganisator Dennis Reichelt.

Der Kinderweihnachtsbasar soll am Donnerstag, 15. Dezember, von 10 bis 13 Uhr in den Räumlichkeiten der Tafel an der Waldstraße 3 stattfinden. Doch ob es tatsächlich dazu kommt, ist derzeit noch ungewiss. Denn die Bereitschaft von Sponsoren oder Eltern, Präsente unter den Weihnachtsbaum zu legen, ist noch ausbaufähig. „Falls wir nicht genug Geschenke zusammenbekommen sollten, müssten wir auf den Weihnachtsbasar dieses Jahr verzichten, um niemanden zu benachteiligen“, sagt Dennis Reichelt unmissverständlich. Wer etwas spenden möchte, ist in der Waldstraße von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 14 Uhr herzlich willkommen.

Die Tafel ist inzwischen ein nicht mehr weg zu denkender Bestandteil des sozialen Lebens in der Stadt. Der Bedarf ist riesig und wächst immer weiter: Zurzeit profitieren 2800 hilfebedürftige Menschen vom Angebot, die im Schnitt für fünf Familienmitglieder Essen in Empfang nehmen. Wie groß die Resonanz ist, wurde gestern auch beim Nikolausfest deutlich.

„Jeder hat es verdient, vom Nikolaus beschenkt zu werden“, findet Susanne S., die bereits zum zweiten Mal die Nikolausfeier der Tafel der Johanniter-Unfall-Hilfe besucht. In gemütlicher Atmosphäre genießen sowohl junge als auch ältere Besucher die Weihnachtsstimmung in der Flensburger Tafel. Für die Erwachsenen gibt es Kaffee und Kuchen zum Selbstkostenpreis für je 50 Cent, die Kinder freuen sich über den Besuch des Nikolaus.

Zum vierten Mal organisiert Tafelleiter Klaus Grebbin die Veranstaltung. „Mit der Feier wollen wir das Zusammentreffen unterschiedlichster Menschen fördern und auch ihre Kontaktscheu überwinden“, sagt er. An seiner Seite ist Ilona Klesmann von den Bikern, die sich um Spenden kümmern und die Rock- und Popband „Strucktur“ in die Tafel brachten. Die Musikgruppe sorgte für fröhliche Tanzstimmung bei den Besuchern und lockerte die Atmosphäre mit bekannten Hits auf. „Die ganze Band hat sich extra frei genommen. Wir finden die Weihnachtsfeier klasse“, erzählt die Sängerin.

Die kleinen Besucher der Feier freuten sich vor allem über den Nikolaus, hinter dessen Bart eine freundliche Helferin steckte. Die „Nikoläusin“ überreichte Kindern bis zu zwölf Jahren Geschenktüten, gefüllt mit Büchern, Spielzeug und Süßigkeiten. Zuvor konnten Eltern ihre Kinder in eine Liste eintragen, damit die Tüten dem Alter und Geschlecht der Kinder angepasst werden konnten. Insgesamt wurden 130 Tüten vergeben.

Auch an die Obdachlosen wurde gedacht und neben Kleidung noch Päckchen zusammengestellt, die kleine Notfallhelfer wie Wärmedecken und Taschentücher enthielten. Für Hunde der Obdachlosen hatte eine Bekannte von Ilona Klesmann ebenfalls Tüten gepackt, die Spielzeug und Leckerlis für die Vierbeiner boten. Für Klaus Grebbin gab es noch eine kleine Überraschung in Form einer Geldspende über 100 Euro, gesammelt bei Privatpersonen, die Ilona Klesmann ihm überreichte. Das Geld soll dem neu geplanten Projekt „Kochen mit Kindern“ (siehe Info-Box) helfen.

Lea Michelle Hansen (15), Schülerin der Hannah-Arendt-Schule, hilft im Rahmen ihres Praktikums bei der Feier. „Es ist schön zu wissen, auf welchen Wegen man Menschen unterstützen kann“, sagt sie. „Ich kann mir gut vorstellen, auch nach dem Praktikum noch ehrenamtlich bei der Tafel zu helfen.“















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