Erneuter Wintereinbruch : Schnee in SH und Hamburg: Unfälle und Zugausfälle im Norden

Die Fahrerin konnte ihr Auto über den Kofferraum verlassen.

Die Fahrerin konnte ihr Auto über den Kofferraum verlassen.

Auf der B200 verlor eine Frau die Kontrolle über ihren Wagen, auf der A7 bei Schuby stand ein Lkw quer. Es kam zu langen Staus.

shz.de von
29. März 2018, 16:40 Uhr

Schneefall und Glätte haben im Norden erneut für Unfälle und Staus im Berufsverkehr gesorgt. Bereits in der Nacht zum Donnerstag hatte es laut Polizei einige wetterbedingte Unfälle gegeben. Am frühen Morgen häuften sich die Einsätze dann zunehmend. Autofahrer mussten sich auf Staus und Sperrungen einstellen.

Einer dänischen Autofahrerin wurde das Schneetreiben am Mittwochabend gegen 22 Uhr auf der B200 bei Flensburg zum Verhängnis. Die Frau verlor zwischen den Anschlussstellen Duburg und Klues in Fahrtrichtung Norden plötzlich die Kontrolle über ihr Auto, rutschte in den Straßengraben und kippte anschließend mit ihrem Wagen auf die Seite.

Da die Fahrerin zunächst nicht eigenständig aus dem Pkw herauskam, wurde neben einem Rettungswagen und dem Flensburger Notarzt auch der Hilfeleistungszug der Flensburger Berufsfeuerwehr alarmiert. Die Kameraden der Feuerwehr mussten jedoch glücklicherweise kein schweres Gerät einsetzen, die Fahrerin hatte das Auto inzwischen durch den Kofferraum verlassen. Nach einer Erstversorgung vor Ort wurde sie mit unklaren Verletzungen in die Notaufnahme der Diako eingeliefert. Die B200 musste während der Rettungs- und Bergungsarbeiten für rund eine Stunde in Richtung Norden gesperrt werden.

Auch im Rest von Schleswig-Holstein kam es erneut zu Unfällen. „Seit etwa halb vier haben wir eine steigende Zahl von wetterbedingten Unfällen“, sagte ein Polizeisprecher am frühen Donnerstagmorgen.

Die B404 musste zwischen der Edisonstraße in Wellsee und Klein Barkau nach einem Verkehrsunfall voll gesperrt werden, nachdem ein Lkw in den Graben gerutscht war.

Auf der A7 gab es am frühen Donnerstagmorgen gleich zwei Sperrungen wegen querstehender Lkw: Sowohl bei Schuby (Kreis Schleswig-Flensburg) als auch im Bereich Brekendorfer Moor (Kreis Rendsburg-Eckernförde) konnten die Fahrbahnen einige Stunden später wieder freigegeben werden.

Auch auf der A24 musste über mehrere Stunden eine Sperrung eingerichtet werden. Auf Höhe Gudow war ein DHL-Transporter auf der spiegelglatten Fahrbahn ins Schleudern geraten und danach mehrfach in die Mittelleitplanke gekracht. Ein heranfahrender Flixbus konnte nicht mehr ausweichen und prallte seitlich in den Transporter hinein. Bei dem Unfall wurden beide Fahrer verletzt und kamen nach einer Erstversorgung am Unfallort ins Krankenhaus. Auch zwei Fahrgäste aus dem Bus wurden leicht verletzt.

Ein Flixbus kollidierte auf der A23 mit einem DHL-Transporter.
Peter Wüst

Ein Flixbus kollidierte auf der A23 mit einem DHL-Transporter.

 

Insgesamt wurden einige Menschen bei den Unfällen leicht verletzt. Bei einem Großteil kam es jedoch nur zu Blechschäden.

Rendsburger Kanaltunnel zeitweise gesperrt

Wegen großer Mengen Schmelzwassers wurde der Rendsburger Kanaltunnel am Donnerstagmorgen zeitweise gesperrt, dort waren die Pumpen ausgefallen. Die Feuerwehr pumpte das Wasser ab. Der Berufserkehr staute sich am Morgen kilometerweit um Rendsburg herum. Lange Staus gab es auch vor den Kanalfähren, wie z.B. in Schacht-Audorf. Die Bürgermeisterin von Schacht-Audorf überlegt zudem, das Osterfeuer aufgrund der Witterung abzusagen.

Der Verkehr staut sich vor dem Kanaltunnel.
Daniel Friederichs

Der Verkehr staut sich vor dem Kanaltunnel.

Die Integrierte Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe zählte bist zur Mittagszeit rund neunzig wetterbedingte Einsätze für die Freiwilligen Feuerwehren in den Kreisen Stormarn, Ostholstein und dem Herzogtum Lauenburg gezählt. Oft waren Bäume durch eine starke Schneelast umgekippt – oder sie drohten, zu fallen.

Auf der Sieker Landstraße in Großhansdorf blockierte ein Baum die Zufahrt zum verlängerten Ostring. Ein weiterer Baum drohte in Richtung Ortseinfahrt zu kippen. Mit Motorsägen beseitigten die Feuerwehrleute die Gefahr und räumten die Straße wieder frei.

<p>Auf der Sieker Landstraße in Großhansdorf blockierte ein Baum die Zufahrt zum verlängerten Ostring.</p>
Peter Wüst/rtn

Auf der Sieker Landstraße in Großhansdorf blockierte ein Baum die Zufahrt zum verlängerten Ostring.

Streckensperrungen bei der Bahn

„Wir haben auch einige umgekippte Bäume“, sagte ein weiterer Polizeisprecher. So blockierte unter anderem auf der Bundesstraße 404 bei Mollhagen (Kreis Stormarn) ein Baum beide Fahrstreifen. Auch die Hamburger Hochbahn hatte am Donnerstagmorgen mit umgestürzten Bäumen zu kämpfen. Der Verkehr der U-Bahnlinie 1 musste zwischen Ahrensburg West und Großhansdorf wegen mehrerer Bäume auf der Strecke eingestellt werden. Auf der U-Bahnlinie 2 kam es zu einer Sperrung zwischen Horner Rennbahn und Berliner Tor.

Auch zwischen Kiel und Lübeck wurde der Regionalverkehr zunächst eingestellt. Hier befanden sich wetterbedingt an mehreren Orten Bäume auf den Gleisen, wie ein Bahnsprecher mitteilte. Zudem war die Strecke zwischen Lübeck und Puttgarden auf der Ostseeinsel Fehmarn betroffen. Eine Sperrung zwischen Timmendorfer Strand und Scharbeutz im Kreis Ostholstein konnte am Donnerstagmorgen wieder aufgehoben werden.

Auf dem Weg nach Berlin mussten Bahnfahrer am Donnerstagmorgen ebenfalls Geduld mitbringen. Hier war nach einer Sperrung zwischen Schwarzenbek und Büchen im Kreis Herzogtum Lauenburg zwar wieder ein Gleis freigegeben worden, allerdings musste dieses mit reduzierter Geschwindigkeit befahren werden.

Aktuelle Informationen der Bahn finden Sie unter bahn.de/aktuell.

Die Hamburger Stadtreinigung war in der Nacht zu Donnerstag mit rund 450 Einsatzkräften unterwegs, um die Straßen zu räumen. Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes sollte am Donnerstagmorgen langsam die Tauphase einsetzen. Er warnt noch bis zum Donnerstagmittag vor Schneefall und Straßenglätte. Bis zu zehn Zentimeter Neuschnee werden für die Region Flensburg und das Umland erwartet.

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