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Flens-Arena : Schmusesänger fliegen die Frauen-Herzen zu

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei seinem ersten Auftritt in Flensburg überzeugt James Blunt mit einer Mischung aus alten und neuen Songs.

Nach einer halben Stunde gibt es kein Halten mehr. Bis in die hinterste Reihe erheben sich die rund 3500 Besucher in der ausverkauften Flens-Arena von ihren Stühlen. Sie singen, klatschen und wippen. Die Tribühne wackelt wie bei einem leichten Erdbeben. Selbstverständlich ist das nicht für ein Konzert eines Schmusesängers wie James Blunt.

Für ihn ist es der erste Auftritt in Flensburg. Unsicher wirkt Bühnenprofi Blunt deshalb keineswegs. Nicht einmal, als der Engländer beginnt, auf Deutsch zu reden. „Dankeschön und vielen Dank – das ist alles, was ich in dieser Sprache sagen kann.“ Die Zuschauer jubeln.

Genau wie wenige Minuten zuvor, als der smarte Sänger am Sonntagabend um Punkt 21 Uhr im olivgrünen Overall mit wummernden Bässen und einer spektakulären Lichtshow auf der Bühne landete – ganz im Zeichen seines aktuellen Albums „Moon Landing“.

Doch die Raumfahrt spielt in Blunts Liedern keine Rolle – die Liebe dagegen eine umso größere. Bei Songs wie „Face the Sun“ oder „You’re Beautiful“ fliegen Blunt die Herzen der weiblichen Besucher reihenweise zu. Da stört es wenig, dass seine Stimme angeschlagen ist und nicht jeder Ton sitzt. Und dass gerade am Anfang die harten Bassklänge nicht zu den gefühlvollen Texten passen und Blunt wie ein Zappelphilipp über die Bühne hopst? Auch geschenkt.

Denn nachdem sich der 40-jährige Engländer warmgespielt hat, macht er die Startschwierigkeiten mehr als wett. Da gönnt er seinen Bandkollegen an Schlagzeug und E-Bass eine Pause, schnappt sich seine Gitarre und singt – unterstützt vom Piano – in bester Straßenmusiker-Manier mit so viel Gefühl in der Stimme, als wolle er Eis zum Schmelzen bringen. Als hätte ihm jemand über einen Knopf ins Ohr gesagt: „Junge, jetzt lass die Show-Effekte weg und sei endlich du selbst.“ Und siehe da: Plötzlich ist das Publikum voll da, nach einer halben Stunde hält es bei „Satellites“ kaum noch jemanden auf den Sitzen.

Von seinem Erfolgsrezept rückt Blunt in der Folge nicht mehr ab. Routiniert spult er sein Programm ab, spielt eine Mischung aus Liedern von seinem aktuellen Album und seinen bekanntesten Songs, läuft durch die Arena und klatscht mit Dutzenden Zuschauern ab. Auch das passt zu Blunt. Starallüren kennt er nicht.

Kein Wunder also, dass die Zuschauer nach Blunts letztem Lied lautstark eine Zugabe fordern. Die bekommen sie mit den Hits „Stay the Night“, „Bonfire Heart“ und „1973“ auch. Ein grandioser Abschluss. Und wieder hält es keinen mehr auf den Sitzen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 14.Okt.2014 | 14:15 Uhr

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