Schloss wieder ohne Weihnachtsmarkt

Könnte es 2013 wieder geben: Einen Weihnachtsmarkt auf dem Schlossgelände in Glücksburg. Die Stiftung sieht dann einen Historischen Markt vor. Foto: Archiv
Könnte es 2013 wieder geben: Einen Weihnachtsmarkt auf dem Schlossgelände in Glücksburg. Die Stiftung sieht dann einen Historischen Markt vor. Foto: Archiv

Glücksburger Stiftung zieht ihr am dritten Adventswochenende geplantes Mittelalter-Event zurück / Vereine bereiten ihren eigenen Markt vor

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21. November 2012, 06:16 Uhr

Glücksburg | Die Entscheidung ist gefallen. Am dritten Adventswochenende wird es nur einen Weihnachtsmarkt geben, den der Vereine und Verbände. Die Stiftung Schloss Glücksburg verzichtet dieses Jahr auf die geplante Parallelveranstaltung, wie Leiterin Susanne Ascheron an Oliver Möller vom Stadtjugendring schreibt. Damit reagiert die Stiftung auf Terminüberschneidung und Differenzen zwischen den Organisatoren beider Märkte.

Seit Jahr und Tag richten die Vereine in Glücksburg einen Weihnachtsmarkt aus, 1999 zum ersten Mal auf dem Schlossgelände, bis dahin in der Rudehalle und einmal im alten Rathaus. Als der Schlosshof aktuellen Sicherheitsvorschriften nicht mehr entsprach, da er nur einen Zugang besaß, konzentrierten sich die Organisatoren auf die Rudehalle als Ausrichtungsort - und zwar am dritten Adventswochenende, nicht mehr wie bis dahin üblich am ersten. Alle anderen Wochenenden seien in der Halle mit anderen Veranstaltungen belegt, erklärt Hans-Jörgen Page vom TSV den Terminwechsel.

Im Sommer erhielt der Schlosshof mit einer Fußgängerbrücke nun einen zweiten Zugang und damit die Stiftung wieder die Gelegenheit, erneut ins Weihnachtsmarktgeschäft einzusteigen. Das tat sie und fand einen professionellen Marktbeschicker, allerdings nur für den 15. und 16. Dezember, wie Ascheron die Terminüberschneidung begründet.

Unabhängig von der zeitlichen Planung fanden die Veranstalter auch aus anderen Gründen nicht zusammen. Die Vereine und Verbände fühlten sich vor vollendete Tatsachen gestellt, als ihnen die Stiftung im Frühjahr ein Konzept für einen gemeinsamen Weihnachtsmarkt zukommen ließ. "Wir sind seit Jahren Mitveranstalter. Da hätte man sich ruhig an uns wenden, beziehungsweise mit uns zusammen konzipieren können", erklärt Oliver Möller die Verstimmung.

Die Rahmenbedingungen passten auch nicht zusammen, nennt Ann-Kristin Petersen von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Glücksburg weitere Gründe - Petersen gehört zu den Organisatoren des Weihnachtsmarktes in der Rudehalle. So sprechen sich die Verbände unter anderem gegen eine Eintrittsgebühr aus. Page: "Wir machen den Weihnachtsmarkt für unsere Mitglieder und die Glücksburger Bürger, da nehmen wir keinen Eintritt."

Nach Vorlage des ersten Konzepts sollten die Vereine auch auf bisherige Einnahmequellen verzichten. Der Veranstalter des Weihnachtsmarkts im Schlosshof wollte Bratwurst und Punsch selbst verkaufen. In diesen Punkten ist eine Annäherung inzwischen in Sicht, wie Ascheron wissen lässt. Die Feuerwehr könnte einen größeren Bratwurststand machen, und auch einen größerer Glühweinstand dürften die Vereine betreiben, aber eben nicht viele kleine Stände. Auf Eintritt könne der Veranstalter jedoch nicht verzichten, würde den Vereinen aber gerne ein Kontingent an Freikarten überlassen. Das Entgegenkommen genügt den Vereinen nicht, und so bereiten Page, Möller und Co. weiter den Weihnachtsmarkt am 15. und 16. Dezember vor.

Während die Crew an Freiwilligen davon ausgeht, dass zwei Märkte an einem Wochenende durchaus erfolgreich sein könnten, ist die Stiftung vom Gegenteil überzeugt: "Zwei Märkte sind zeitgleich bei 6000 Einwohnern nicht darstellbar", erklärt Susanne Ascheron und kündigt den geplanten Markt für das nächste Jahr an: "Für 2013 möchten wir schon heute klar kommunizieren, dass es am 3. Advent auf dem Schlosshof einen mittelalterlichen Weihnachtsmarkt geben wird." Diese klare Vorgabe verbindet Ascheron mit dem Wunsch nach einer besseren Kommunikation, aber auch mit der Hoffnung auf eine gemeinsame Veranstaltung. Ascheron lädt die Vereine zur gemeinsamen Vorbereitung ein: "Es wäre schön, wenn Sie gegebenenfalls Ideen entwickeln könnten, wie wir zusammen finden könnten."

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