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Serie zum 3. Flensburger Blaulichttag : Schleuser und Schmuggler im Visier

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Tageblatt stellt die Arbeit der teilnehmenden Organisationen vor

shz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 07:28 Uhr

Insgesamt 21 Rettungs- und Hilfsorganisationen bringt die Bundespolizei am 16. September zusammen – zum Blaulichttag. Gemeinsam werden sie an diesem Tag von 10 bis 17 Uhr an der Hafenspitze die Arbeit der Retter und Helfer präsentieren.

Während des G20-Gipfels herrschte Ausnahmezustand in Hamburg. Die 20 mächtigsten Regierungschefs der Welt trafen sich zum Gipfel in der Hansestadt. Für Pressesprecher Hanspeter Schwartz und seine Kollegen in der Bundespolizeiinspektion Flensburg bedeutete das seit Mitte Juni verschärfte Kontrollen an der deutsch-dänischen Grenze. Anfangs sporadisch, seit dem 30. Juni rund um die Uhr.

Die Autobahn, Bundesstraßen, Bahnstrecken, sogar die Reisebusse kontrollierten die Beamten. Gesucht wurde speziell nach gewaltbereiten Demonstranten, Waffen, gefährlichen Gegenständen.

Aber nicht nur während des Gipfels in Hamburg hatte die Bundespolizei an der Grenze zu tun. Passkontrollen werden immer wieder durchgeführt. Zum Beispiel, um nach gefahndeten Personen zu suchen, Schmuggler auf frischer Tat zu ertappen oder um den Schleusern, die Geflüchtete illegal über die Grenze befördern, das Handwerk zu legen.

Hanspeter Schwartz erklärt, dass viele derjenigen Geflüchteten, die 2014/15 die deutsch-dänische Grenze passierten, um in den skandinavischen Ländern Zuflucht zu suchen, nun wieder zurückkommen. Viele der in Dänemark und Schweden gestellten Asylanträge wurden abgelehnt.

Nun geht die Reise wieder Richtung Süden – verbunden mit der der Hoffnung, dass die Geflüchteten hier ein Zuhause finden.

Ob man da als Mensch und Bundespolizist mit inneren Konflikten zu kämpfen hat, wenn man die Geflüchteten aufgreift und mit in die Inspektion nimmt? „Natürlich“, so Schwartz. „Viele hier im Kollegium sind selber Mütter und Väter. Gerade wenn man Familien mit Kindern mitnehmen muss, fällt das nicht immer leicht. Mit solchen Situationen umzugehen, muss man erst lernen.“

Beispielsweise haben die Bundespolizisten im Kollegium Spenden wie Spielzeug, Bilderbücher oder Kleidung gesammelt. Die Spenden liegen auf der Inspektion, um den Geflüchteten die Zeit möglichst angenehm zu gestalten. „Sie sollen sich nicht wie Kriminelle fühlen“, betont Schwartz.

Die Bundespolizeiinspektion Flensburg ist die nördlichste in Deutschland und umfasst rund 250 Mitarbeiter, deren Zuständigkeit sich über sechs Landkreise erstreckt. Das sind etwa 60 Prozent der Fläche Schleswig-Holsteins.

Eine besondere Herausforderung sind die über 750 Kilometer Bahnstrecke. „Alles was auf diesen Strecken passiert, wird von uns bearbeitet“, erklärt Schwartz. Das geht von Steine schmeißenden Jugendlichen über Bahnhofsschäden, bis hin zu Unfällen auf und an den Gleisen.

Zwar sind die Aufgaben der Bundespolizei klar vorgegeben, aber man schaut auch gerne mal über den Tellerrand und hilft den Partnern gerne. Die Kooperation mit der Polizei Flensburg und auch mit der dänischen Polizei läuft sehr gut und gegenseitige Hilfe gehört inzwischen zum Alltag der Organisationen.

 


Im Vorgriff auf den „Blaulichttag“ im September 2017 stellen wir in lockerer Folge die beteiligten Organisationen vor.

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