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Flensburger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 20:35 Uhr

Florian Friedel : Schleswigs Klinik-Chef geht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Florian Friedel gibt die Geschäftsführung für das Schleswiger Krankenhaus auf / Gab es Differenzen wegen eines geplanten Personalabbaus?

Gestern war sein letzter Arbeitstag. Der Geschäftsführer des Helios-Klinikums Schleswig, Florian Friedel, hat auf eigenen Wunsch nach fünf Jahren in dieser Position den Gesundheitskonzern verlassen.

Steckt dahinter mehr als nur ein Wechsel an der Führungsspitze?

Im offiziellen Statement des Helios-Unternehmens heißt es dazu: „Die Entscheidung wurde gemeinsam und im gegenseitigen Respekt aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur künftigen Ausrichtung des Helios-Klinikums Schleswig getroffen.“ Inoffiziell aber verlautete, dass es tatsächlich vorrangig um die Frage eines weiteren Personalabbaus im Schleswiger Krankenhaus gegangen sein soll. Angeblich soll dadurch die Rendite des Hauses weiter verbessert werden.

Wollte der Schleswiger Geschäftsführer diesen Weg nicht mitgehen? Friedel selbst wollte dazu auf telefonische SN-Anfrage gestern nicht Stellung nehmen. Er verwies lediglich auf das gemeinsame Statement, in dem von einem „besten Einvernehmen, die weitere Zusammenarbeit zu beenden“ die Rede ist.

Die „unterschiedlichen Auffassungen“ hatten sich zwischen Friedel und dem Helios-Regionalgeschäftsführer Dr. Jan Leister ergeben. Dieser übernimmt nun kommissarisch die Klinikleitung in Schleswig, bis ein Nachfolger gefunden ist. Ungeachtet der Differenzen hatte Friedel in der Vergangenheit mehrfach deutlich gemacht, dass Helios ein „Glücksfall für Schleswig“ sei. Ohne den Gesundheitskonzern und dessen Investitionen hätte das Klinikum wirtschaftlich wohl nur schwer überleben können, meinte er stets.

In einem Mitarbeiterbrief, den Florian Friedel zu seinem Abschied an die Klinik-Beschäftigten gerichtet hatte und der der Redaktion vorliegt, schreibt er zur wirtschaftlichen Lage des Schleswiger Klinikums: „Es werden weitere Anstrengungen unternommen werden müssen, um den Entwicklungsplan von Helios auch zu erreichen.“ In einem „zentralen Punkt“ über den Weg dorthin sei es jedoch für ihn und dem Regionalgeschäftsführer nicht möglich gewesen, einen für beide „gangbaren Kompromiss“ zu finden, heißt es im Brief.

Auf Nachfrage in der Helios-Regionalleitung, ob ein weitergehender Personalabbau im Schleswiger Klinikum geplant sei und der bisherige Geschäftsführer deshalb kündigte, antwortet der Konzern: „Über die in der offiziellen Stellungnahme gemachten Informationen hinaus werden wir uns nicht äußern oder uns an Gerüchten beteiligen.“ In den vergangenen Monaten hatte es in der Öffentlichkeit massive Beschwerden von Patienten über schlechte Pflege- und Hygienebedingungen im Schleswiger Krankenhaus gegeben.

In unserer morgigen Ausgabe stellt sich der Helios-Regionalgeschäftsführer Jan Leister im SN-Interview weiteren Fragen.

 

 

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