Standpunkt : Schleichende Gefahr

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Wer fragt nach der Sicherheit von Beamten im uniformierten Dienst? Bei den Gefangenen wächst die Zahl der psychisch Erkrankten - ein Risiko für die Vollzugsbeamten, meint Gunnar Dommasch.

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27. März 2014, 09:02 Uhr

Sicherheit hat viele Gesichter. Ein Häftling etwa darf sich in der Flensburger JVA relativ sicher fühlen. Mit Sicherheit hat er dort eine mehr oder weniger lange Strafe abzusitzen. Sicherlich wird er kaum einen Gedanken an eine Flucht verschwenden. Denn die Anstalt selbst gilt als ziemlich ausbruchssicher. Wer aber fragt nach der Sicherheit von Beamten im uniformierten Dienst?

Die Gefangenen sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Auch hinter Gittern wächst die Zahl der psychisch Erkrankten, Verhaltensauffälligen und Drogenabhängigen – proportional stärker als in der Allgemeinbevölkerung. Das macht den Job für die ohnehin gestressten Vollzugsbeamten nicht leichter – es kommt zu heiklen, unberechenbaren Situationen. Die Schaffung psychiatrischer, in Haftanstalten integrierter Abteilungen, fundierte Fortbildungen und eine Aufstockung von Fach- und Pflegepersonal sind überfällig. Denn in öffentlichen klinischen Einrichtungen gibt es für diese Klientel kaum einen Platz.

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