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Gaststätte Zum Störtenbecker : Schiffbrücke 40 steht zum Verkauf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Förderverein des Schifffahrtsmuseums warnt vor dem Verkauf. Museumschef Thomas Overdick vermisst ein Konzept der Stadt zum Historischen Hafen.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | Auf dem Kneipenschild steht noch „Zum Störtenbecker“. Doch die Gaststätte hat schon vor geraumer Zeit geschlossen. Weiter oben an der Fassade wirbt das Schifffahrtsmuseum für sich und seine Ausstellungen. Zusammen mit dem Nachbarhaus Schiffbrücke 40 formt es den Vorplatz des früheren Zollpackhauses. Die Stadt möchte das leer stehende Haus am liebsten los werden. Doch jetzt warnt der Förderverein des Museums vor diesem Verkauf, der offenbar unmittelbar bevorsteht.

Für Dieter Dockhorn, Geschäftsführer des Fördervereins, ist klar, dass das Haus Schiffbrücke 40 zum Gesamtensemble des Schifffahrtsmuseums gehört – so wie das Gebäude der früheren Landesbezirkskasse, das in der jüngsten Vergangenheit zum Erweiterungsbau des Museums wurde. „Wenn die Stadt das Haus jetzt verkauft, verliert sie dauerhaft den Zugriff“, warnt Dockhorn. Auch wenn das Schifffahrtsmuseum aktuell keinen konkreten Bedarf an den Räumen hat, könne dieser zu einem späteren Zeitpunkt entstehen.

Dockhorn hat gar nichts gegen eine gastronomische Nutzung im Erdgeschoss – so wie sie die potenziellen Käufer offenbar planen. „Doch was ist, wenn die nicht funktioniert? Was ist, wenn das Haus irgendwann weiter verkauft wird?“ Dann müsste man womöglich mit Nachbarn leben, die sich nur für ihr Konto, nicht aber für die maritime Geschichte der Stadt interessieren. Auf gar keinen Fall soll hier wieder eine Disco einziehen, sagt er; die passe einfach nicht mit dem Museum zusammen.

„Der Verkauf würde unsere Zukunftsperspektiven beeinträchtigen“, sagt auch Thomas Overdick, Leiter des Schifffahrtsmuseums. Es sei im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend, das zum Verkauf stehende Haus irgendwann für Museumszwecke zu nutzen. Overdick erinnert an die ursprüngliche Idee eines Dampferhofes und kann sich auch gut die Museumsgastronomie im Erdgeschoss vorstellen, so dass im Foyer des Museums mehr Platz für Exponate oder den Shop entstehen würde. „Wie alle Museen haben auch wir nicht genug Platz und viele Ideen, die wir gern umsetzen würden.“

Overdick, der gegen das Konzept der Käufer überhaupt keine Einwände hat und auf eine gute Nachbarschaft setzt, vermisst ein schlüssiges Konzept der Stadt für die Weiterentwicklung des Historischen Hafens; auch in diesem Zusammenhang sei die Nutzung von Schiffbrücke 40 vorstellbar. „Die Inszenierung des Hafens ist bei weitem noch nicht abgeschlossen.“ So kann Overdick sich die alte Hafenbahn-Szenerie mit Waggons gut in der näheren Umgebung vorstellen. Die Idee, für die historischen Gastsegler Einrichtungen wie Duschen und ein Logierhaus bereit zu stellen, liege ebenfalls nah, so der Museumschef.

Die Käufer und künftigen Betreiber wollen sich vor Unterzeichnung des Kaufvertrages erst noch nicht zu ihren Plänen äußern, sondern ihr Konzept in wenigen Wochen vorstellen. Doch offenbar geht es um stark maritim angehauchte Gastronomie im Erdgeschoss und um günstige Unterbringungsmöglichkeiten – Hostel, Logierhaus – in den Stockwerken darüber.

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