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Flensburger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 04:43 Uhr

Schietwetter: Apfelfahrt abgesoffen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dauerregen: Flensburger blieben zu Hause / Gastgeschenk aus Apenrade: Original Gravensteiner Apfelbaum für die Stadt

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 10:22 Uhr

Es grenzte schon ein wenig an Niedertracht, was das Wetter gestern mit der Apfelfahrt anstellte. Jedenfalls am dritten Tag. Von morgens um 8 bis nachmittags um 3 Uhr regnete es junge Hunde über Flensburg. Die traditionelle Hökerei am Bohlwerk wurde angesichts des Dauerregens für die Mitglieder des Museumshafens zu einer ziemlich einseitigen Angelegenheit. „Ich kann mich nicht entsinnen, jemals einen so schlechten zweiten Verkaufstag erlebt zu haben“, meinte Martin Schulz, Geschäftsführer des Vereins, gestern. „Wir werden wohl einiges an Ware zurückgeben.“

Angesichts des Schietwetters und der geringen Nachfrage gerieten die Preise auf dem Bohlwerk am Sonntag auf die schiefe Ebene. Dafür war aber der Sonnabend mit seinem ruhigen warmen Herbstwetter um so besser besucht. Zu Hunderten spazierten die Flensburger über die kurze maritime Meile, an der es knackige Cox und leckeren Räucherfisch direkt von Bord gab, Arved (Polar)Fuchs Bratwurst verkaufte und Pfannkuchen im Akkord gebacken wurden. „Sonnabend war extrem viel los“, so Schulz. „Ich hoffe, dass gleicht die Bilanz ein wenig aus. Seit über 30 Jahren hilft der Verkauf von Obst, Räucherfisch, Getränken und Speisen der chronisch klammen Kasse des Museumshafens, der daneben aber an eine alte Tradition erinnern will: An den Transport regionaler Güter auf dem Wasserweg.

Auf diesem Weg kam übrigens auch ein symbolträchtiges Geschenk von Apenrade nach Flensburg – nämlich ein Bäumchen mit dem berühmten Gravensteiner Apfel. Nis-Edwin List-Petersen, Vorsitzender der dänischen Gaffelsegler-Vereinigung, überreichte Bürgermeister Hennings Brüggemann den original dänischen Apfelbaum am Sonnabend. Der Gravensteiner Apfel gilt als eine der wohlschmeckendsten europäischen Apfelsorten – ist aber schon deutlich vor dem Termin der Apfelfahrt reif, die regelmäßig am ersten Wochenende der Herbstferien im Oktober stattfindet. Der Baum wird nicht auf dem Rathaus-Grundstück seinen Standort finden, sondern einen Kindergarten beglücken, kündigte Brüggemann an.

List-Petersen hatte zuvor die beiden bekanntesten Flensburger Museumssegler im dänischen Kollund begrüßt: Arved Fuchs und seinen Haikutter „Dagmar Aaen“. Die Apfelfahrt lieferte den Rahmen für ein maritimes Familientreffen – denn List-Petersen war mit dem Schwesterschiff der „Dagmar Aaen“, der „Ebba Aaen“ aus Apenrade nach Flensburg gekommen. Und weil ein Apfelbaum ja stets auch ein Zeichen der Hoffnung ist, hellte sich der Himmel über Flensburg später am Nachmittag noch ein bisschen auf. Wenigstens konnten die Segler ihre Stände im Trockenen einpacken.

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