Flensburg : Schauspielerin Renate Delfs ist tot

Ihr Lieblingsort in der Abendsonne: Am Ostseebad konnte man Renate Delfs häufig begegnen.
Ihr Lieblingsort in der Abendsonne: Am Ostseebad konnte man Renate Delfs häufig begegnen.

Flensburgs einzige Ehrenbürgerin Renate Delfs starb im Alter von 93 Jahren.

shz.de von
22. Mai 2018, 16:09 Uhr

Flensburg | Die Schauspielerin Renate Delfs ist tot. Die Flensburger Ehrenbürgerin starb bereits am Montag vergangener Woche im Alter von 93 Jahren in ihrem Haus in Flensburg, wie ihre Agentur am Dienstag mitteilte. Die Beerdigung fand im engsten Familienkreis statt.

Delfs war Flensburgerin mit Leidenschaft – und die erste und bisher einzige Frau, die Ehrenbürgerin der Fördestadt wurde. Bekannt wurde Delfs einem größeren Publikum als Großmutter in Serien wie „Nicht von schlechten Eltern“, „Adelheid und ihre Mörder“, „Großstadtrevier“ und „Der Landarzt“, aber auch in der Donna-Leon-Verfilmung „Reiches Erbe“.

Renate Delfs bei den Filmtagen in Husum.
Filmtage
Renate Delfs bei den Filmtagen in Husum.

Delfs ist als jüngste von vier Schwestern im Norden der Stadt aufgewachsen und hat im Krieg angefangen zu studieren. Theaterwissenschaften in Jena. Das sei ihren Eltern seriöser erschienen als die Schauspielerei, wovon das junge Mädchen tatsächlich träumte. Der Wunsch sollte später Wirklichkeit werden. Nach dem Krieg habe sie zunächst Buchhändlerin gelernt. „Das habe ich sehr gern gemacht“, sagte einst die leidenschaftliche Leserin in einem Interview.

Renate Delfs vor ihrem 90. Geburtstag.
dpa
Renate Delfs vor ihrem 90. Geburtstag.

Selbst hat sie zwei Petuh-Bücher geschrieben, im typisch Flesnburger-Lokalplatt. Sie liebte das Plattdeutsche. Schon in den 60er Jahren hat Delfs bei der Niederdeutschen Bühne gespielt, auch weiterhin intensiv, als sie 1975 beim Verkehrsverein angefangen habe und dann zwölf Jahre lang die Flensburger Touristeninformation leitete.

Rolle der Oma Lisbeth

In jenem Jahr muss es gewesen sein, dass sie und ihr damals 16-jähriger Sohn Andreas in Rudi Carrells Show „Am laufenden Band“ gewannen. Da erlangte ihr Gesicht überregionale Bekanntheit – erst recht in der Rolle der Oma Lisbeth in der Fernsehserie „Nicht von schlechten Eltern“ in den 90ern. Die sei sehr gut angekommen, und von da an habe sie immer etwas Schönes zu tun bekommen als Schauspielerin. Den Dreh zum Film „Ein Tick anders“ hatte ihr gefallen, und zuletzt die Zusammenarbeit mit Bully Herbig für den Film „Buddy“ – „ein herrlicher Quatsch“.

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