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Foto-Aktion : Schaurig-schönes Flensburg und eine Haltestelle ohne Bus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seniorenbeirat sammelt Fotos für eine Ausstellung im Rahmen der Woche „Flensburg aktiv“

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 10:55 Uhr

Stell dir vor . . . du wartest an einer Haltestelle und kein Bus kommt. Heute nicht, morgen nicht, nie.

Dieses Szenario bietet sich auf dem Hof eines Flensburger Pflegeheims, der unter dem Namen „Demenzgarten“ bekannt ist. An Alzheimer erkrankte Menschen neigen bekanntlich zu Ruhelosigkeit, an einem stark ausgeprägten Drang wegzulaufen. Gern wird dabei ein Bus in Anspruch genommen. Deshalb die absurd anmutende Kulisse der in den Boden implantierten Haltestelle, die keine ist. Für Ekkehard Krüger, den Vorsitzenden des Seniorenbeirats, ist der Terminus „Garten“ hier alles andere als angebracht. Das eingezäunte Gelände empfindet er, unabhängig vom therapeutischen Nutzen, als einen unwirtlichen Ort.

Einer von vielen in Flensburg. Das zeigen die bisherigen Einsendungen zu einer Aktion des Seniorenbeirats, der die Bürger aufgefordert hat, ihren Lieblingsplatz in Flensburg zu fotografieren – oder aber den schaurigsten Ort der Stadt. Da gibt es die Tristesse des Umfelds rund um den Bahnhof, deren Sanierung die berüchtigte Mauerraute arg strapaziert hat. Die städtischen Toiletten sind genauso ein beklagenswerter Dauerbrenner wie zerstörte oder überquellende Müllbehälter, die Graffiti-geprägte Szene am Hafermarkt oder die ehemalige Leichenhalle des Marine-Lazaretts.

Besonders gruselig sind für Krüger die unbeleuchteten Unterführungen und Tunnel im Stadtgebiet – etwa an der Exe, am Friedenshügel oder an der Mozartstraße. „Das sind Angsträume“, sagt Krüger, „die keiner freiwillig betritt, vor allem nicht in der Dunkelheit.“ Dagegen gibt es immer wieder schöne Ecken, grüne Hügel, Gärten, Parkanlagen inmitten von Betonbauten im Stadtteil Fruerlund, gepflegte Wohnstraßen, die Schätze im Gängeviertel und kleine Schmuckstücke am Hafen.

Am 29. Oktober sollen die Bilder in einer Ausstellung im Europaraum des Rathauses gezeigt werden und, wie Krüger betont, „die Menschen miteinander ins Gespräch bringen, um die Wohnquartierspflege voranzubringen“. Der Fotograf, vor dessen Bild die meisten Besucher stehen bleiben, um darüber engagiert zu diskutieren, wird mit einer Geldprämie belohnt. Einsendungen sind noch bis zum 10. Oktober möglich.

 


>Fotos als Datei an ekkehard-k@foni.net, als Papierabzug (DIN A 4) an: Seniorenbeirat der Stadt Flensburg, Rathausplatz 1, 24937 Flensburg

 

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