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Karstadt Flensburg : Scharfe Kritik an Parkhaus-Fassade

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Komplett inakzeptabel“: Bei den Ratspolitikern macht sich Unmut über die Optik des Gebäudes am Flensburger ZOB breit. Der Bauherr will dies so nicht stehen lassen.

Flensburg | Gut zwei Jahre nach Vorstellung der Pläne geht das neue Karstadt-Parkhaus seiner Vollendung entgegen. Geparkt werden kann hier schon seit Ende 2014, doch jetzt wird die Fassade montiert, die entscheidend den optischen Eindruck des Bauwerks bestimmen wird. Bei den Politikern, die den Entwurf 2013 genehmigt haben, regt sich jetzt aber deutlicher Unmut nach den ersten Eindrücken.

Im Planungsausschuss fiel der Begriff „Küchensieb“. Für Glenn Dierking (SSW) ist die Fassade „komplett inakzeptabel“; nachts wirke das Parkhaus „wie eine Baustelle.“ In der Tat sieht der bereits montierte untere Teil der Fassade tagsüber komplett anders aus als nachts, wie die beiden Fotos zeigen.

Ärger bei Ratsvertretern

Während man bei Tageslicht gut die farbliche und räumliche Struktur der aus einzelnen Metallplatten bestehenden Fassade wahrnehmen kann, entsteht nachts ein vollkommen anderer Eindruck. Dann nämlich wirkt die Fassade durchsichtig. Dieser Eindruck löste bei einigen Vertretern des Planungsausschusses großen Unmut aus. „Nachts sieht es aus wie ein Parkhaus mit Lochplatten davor“, sagte Ausschussvorsitzender Axel Kohrt (SPD), der sich den Anblick bei Tageslicht inzwischen „schön geguckt“ habe.

Doch es gibt auch andere Stimmen, auch aus der Politik. „Nach wie vor finde ich die Masse des Baukörpers kritisch“, sagt WiF-Ratsherr Christian Dewanger. „Die Fassade finde ich gelungen, auch wenn diese noch nicht fertig ist und ich eine Begründung bevorzugt hätte. Der Transparenzeffekt in der Nacht ist klasse und steigert ganz bestimmt das Sicherheitsempfinden der Parkhaus-Nutzer. Dass das Parkhaus im Dunkeln nicht einfach ein Klotz, sondern eine Lichtquelle auch für den Zob ist, finde ich gelungen“, sagt Dewanger.

Der Entwurf, der als Sieger eines Fassadenwettbewerbs gekürt wurde, stammt von den Kieler Architekten Schnittger, die sich jedoch nicht zu der Diskussion äußern wollen und auf den Bauherrn, das Hochtief-Unternehmen Formart Leipzig, verweisen. Der verteidigt den Entwurf: „Die Fassade ist derzeit noch nicht fertig gestellt und wird weiter komplettiert. In die Fassade werden noch große Werbeflächen integriert, die nachts beleuchtet werden“, so Jan Wächter, der bei Rueckerconsult die Öffentlichkeitsarbeit für Formart macht.

Fassade soll Ende März fertig gestellt sein

„Den Gesamteindruck der Fassade wird man somit erst nach deren Fertigstellung Ende März wahrnehmen können. Da das Parkhaus 24 Stunden geöffnet werden soll, wird die Beleuchtung auch nachts in Funktion sein.“ Nach Meinung des Bauherrn soll man die Nutzung des Gebäudes „durchaus an der Fassade ablesen können“; man müsse nicht alles verstecken.

Der Flensburger Karstadt-Geschäftsführer Andy Grabowski rät zum Abwarten. Man solle die Fassade dann auf sich wirken lassen, wenn sie fertig ist. Zudem sei zu bedenken, dass bei einem „offenen Parkhaus“ wie diesem gewisse „Lüftungsquerschnitte“ zu beachten seien. Nicht nur sind die Löcher der Metallplatten erstaunlich groß, sondern einzelne Bahnen stehen leicht versetzt nach innen, so dass hier weitere Öffnungen entstehen.

Der Chef der Stadtplanung sieht nach den kritischen Äußerungen zumindest Gesprächsbedarf und hat Kontakt zu den Kieler Architekten aufgenommen. Doch für eine abschließende Bewertung ist es auch ihm zu früh.

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erstellt am 10.Mär.2015 | 05:30 Uhr

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