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Markt der kleinen Mieten : SBV sieht keinen Wohnungsmangel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Größter Flensburger Wohnungsanbieter hält kurzfristigen Wegfall von 800 Sozialwohnungen wegen vieler Neubauten für unproblematisch

Welche Krise? Flensburgs größter Anbieter von Wohnraum findet die von Teilen der Politik und neuerdings auch der Verwaltung kritisch beäugte Lage auf dem Markt der Sozialwohnungen nicht so schlimm. „Wir sehen das nicht so dramatisch“, sagt Raimund Dankowski, Vorstandsvorsitzender des Selbsthilfe Bauvereins. Auf Bitte des Planungsausschusses soll er in einer der nächsten Sitzungen referieren, was seine Genossenschaft mit dem Erbe der städtischen Wobau gemacht hat, die seine Genossenschaft vor acht Jahren von der Stadt erworben hat. Dem Auftritt sieht Dankowski sehr entspannt entgegen.

Im Hintergrund hallt da immer noch der Warnruf Peter Schroeders’, der im Planungsausschuss als zuständiger Fachbereichsleiter darauf drängte, den sozialen Wohnungsbau in Flensburg anzukurbeln. Schroeders hatte auf 800 mietpreisgebundene Wohnungen alleine in Flensburg verwiesen, die in diesem Jahr aus der Bindung fallen. Ein Großteil davon befindet sich im Bestand des SBV. „Es stimmt. Bis 2018 werden alleine beim SBV 948 Wohnungen wegfallen“, sagt Dankowski. Allerdings wird die Genossenschaft bis dahin auch 831 geförderte Wohnungen neu auf den Markt gebracht haben. Mit deutlich besseren Standards bezüglich Komfort und Energiebilanz. „Wir haben und werden massiv öffentlich geförderten Wohnraum schaffen“, betont der SBV-Chef. „Die Rahmenbedingungen haben sich deutlich verbessert.

Das gilt nicht nur für den SBV. Dankowski ist überzeugt, dass auch andere Unternehmen aktiv werden. So plant das Unternehmen Hermann Höft 96 neue Wohnungen, bei anderen Anbietern geht Dankowski von mindestens 200 weiteren Einheiten in öffentlicher Förderung aus. „Der Markt in Flensburg ist ausbalanciert. Ich kann keine Schieflage erkennen.“ Er fühlt sich dabei durch die Daten des eigenen Unternehmens bestätigt. Die Kündigungsquote in den 7000 SBV-Wohnungen liege jährlich bei 14 Prozent. „Das bedeutet, dass Jahr für Jahr knapp 100 Menschen ja wohl in der Gewissheit kündigen, eine neue Wohnung zu finden.“

Viel Potenzial für die eigene Entwicklung sieht der SBV im neuen Sanierungsgebiet am Bahnhof. „Das ist ein ganz wesentliches Entwicklungsfeld für uns“, sagt der SBV-Chef. Aktuell entstehen an der Munketoft auf dem Grundstück der ehemaligen Schokoladenfabrik 88 Studentenwohnungen. Aber dabei soll es nicht bleiben. Die Planungen des SBV drehen sich auch um eine Besiedelung der angrenzenden Grundstücke über die Bahnhofsstraße bis zur Helenenallee – ebenfalls als geförderter Wohnungsbau. Das Eckhaus Bahnhofstraße/Munketoft wird als nächstes fallen, gerne würde Dankowski auch das Grundstück der Fahrschule Simonsen daneben einbeziehen. Die Kaufverhandlungen seien jedoch noch im Gange. Dahinter steht auch ein übergeordnetes Ziel. „Wir bringen den Bahnhof näher an die Stadt, wenn wir den Weg dorthin attraktiver machen.“ Weitere Optionen sieht der SBV in behutsamer Nachverdichtung, das ehemalige Hochhausgrundstück am Schottweg wird ebenfalls noch einmal überplant.

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