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Flensburger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 07:22 Uhr

Brandruine : SBV macht die Exe-Häuser platt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Entscheidung nach dem Großbrand im November 2013: Die Genossenschaft setzt auf einen modernen Neubau für 4 Millionen Euro, der auch das Nachbarhaus an der Schützenkuhle ersetzt

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Die Frage stand schon früh im Raum. Ein verheerender Dachstuhlbrand vor drei Monaten hatte das Haus des Selbsthilfe-Bauvereins Zur Exe 2-4 über Nacht in eine Ruine verwandelt. Die Frage, ob das Gebäude überhaupt zu retten ist, scheint geklärt. Der Selbsthilfe-Bauverein informierte gestern die betroffenen Mietparteien im Servicehaus Friesischer Berg über die neuen Pläne. Neubau statt Sanierung.

Unter dem Strich war die Brandruine zu wirtschaftlichen Kosten wohl nicht zu retten. „Selbst nach umfangreichen und aufwendigen Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten wären Folgeschäden nicht kalkulierbar“, meint SBV-Vorstand Jürgen Möller. Wobei der Hauptschaden nicht durchs Feuer verursacht wurde, das lediglich den Dachstuhl und teilweise die darunter liegenden Wohnungen zerstörte, sondern durch die Feuerwehr. Über 200 Tonnen Wasser pumpte die Wehr in den lichterloh brennenden Dachstuhl. In der Folgezeit folgten die 200 000 Liter der Schwerkraft und sickerten durch Bauwerk wieder zu Boden – hinter sich eine Spur der Verwüstung und die Frage: Wiederaufbau oder Neubau? „Wir haben in den vergangenen Wochen intensiv abgewägt und uns für den Abriss entschieden“, so Möller. „Die Schäden waren zu gravierend.“

Davon freilich ist jetzt nicht mehr nur das unbewohnbare Haus an der Exe, sondern auch das verbundene und vom Brand unversehrte Eckhaus Schützenkuhle 15 betroffen, und damit erhöht sich die Reihe betroffener Mietsparteien von 20 auf 32. „Das Gebäude an der Schützenkuhle ist baulich so eng mit dem Haus an der Exe verzahnt, dass wir es nicht für sich stehen lassen können“, so Möller. Die Bewohner des Brandhauses konnten Im Dezember relativ schnell in andere Wohnungen umgesetzt werden. Eine erfolgreiche Spendenaktion stellte zudem sicher, dass Härten ausgeglichen werden konnten. Im Fall des Hauses Schützenkuhle wird das gar nicht nötig sein – hier gibt es einen geordneten Rückzug. Möller geht davon aus, dass die Mieter im Lauf des nächsten halben Jahres in andere Wohnungen aus dem SBV-Bestand umziehen können. Vorübergehend, wenn gewünscht.

Doch das war Thema des Informationsabends. „Wir halten auch diesmal unser Versprechen ein, mit jedem Mitglied ein persönliches Abstimmungsgespräch zu führen und uns dafür einzusetzen, dass jeder eine auf seine persönlichen Lebensumstände abgestimmte und passende Ersatzwohnung erhält. Wir lassen niemanden im Stich“, verspricht Möller. Gesa Kitschke, Abteilungsleiterin im Wohnservice, ergänzt: „Sofern unsere Mieter es wünschen, können sie selbstverständlich zurück, wenn der Neubau fertig ist. Sie werden dabei bevorzugt behandelt.“

Schon im Frühjahr soll mit dem Abriss der Brandruine begonnen werden; das noch bewohnte Nachbargebäude käme erst im Herbst dran. Gebaut wird mit öffentlicher Förderung, also für niedrige Einkommen, betont der SBV-Vorständler, der mit einer Fertigstellung Ende 2015 rechnet.

 

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