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SBV investiert jeden Tag 70.000 Euro in Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Abschluss des Fruerlund-Umbaus will der Bauverein allein für das Tempelhof-Quartier in der Nordstadt drei Millionen Euro ausgeben.

Der Selbsthilfe-Bauverein (SBV), Flensburgs mit 8500 Mitgliedern und 7000 Mietern größte Wohnungsbaugenossenschaft, wächst und investiert weiter. „Wir planen, in den kommenden fünf Jahren 130 Millionen Euro in die Quartiersentwicklung zu investieren, allein über 20 Millionen in diesem Jahr“, erklärte Vorstandschef Raimund Dankowski gestern im Stadtteilbüro Tempelhof an der Apenrader Straße. Damit gebe der SBV täglich 70 000 Euro in und für Flensburg aus.

Der Ort der Bilanzvorlage war mit Bedacht gewählt: Nach dem Großprojekt in Fruerlund in den vergangenen Jahren will sich der SBV nun schwerpunktmäßig anderen Quartieren zuwenden – unter anderem der Apenrader Straße und dem Ostseebad, für die ab September ein eigener Quartiersmanager eingestellt ist. Allein in die acht Häuserblöcke der Hofanlage Tempelhof östlich der Apenrader Straße sollen bis 2017 rund drei Millionen Euro fließen. Diese sehr schlichten Häuserzeilen sollten nach dem Ersten Weltkrieg die dringendste Wohnungsnot mildern und sind Anfang der 20er Jahre von Magistratsbaurat Paul Ziegler gebaut worden. Die einfachen Dreiecksgiebel über den Eingangstüren haben der Siedlung offenbar den Namen gegeben. Dankowski berichtet, der SBV habe sich aufgrund der stabilen Struktur der rund 120 Bewohner zum Sanieren entschlossen.

Auch investiert wird am Wasserturm, wo die 50 genossenschaftlichen Wohnungen im höherpreisigen Segment nach dem Eigentumsteil des Bauprojekts wohl im Jahr 2015 entstehen könnten. Am Munketoft ist das Studenten- und Azubi-Wohnprojekt Vividomo bereits im Bau. Dort solle als Novum eine Pauschalmiete mit allen Nebenkosten ohne Strom (für 299 Euro) angeboten werden. 2015 soll hier das nächste Gebäude an der Bahnhofstraße entstehen, im Herbst soll der entsprechende Wettbewerb abschließen. Noch offen sei, ob es eine große Planung mit dem Fahrschulgelände nebenan gebe.

Dankowski und sein Vorstandskollege Jürgen Möller berichteten, dass die rund 7000 Wohnungen des SBV – ein Fünftel aller Wohnungen in der Stadt – zu 20 Prozent (1600) öffentlich gefördert seien. Diese Quote liege doppelt so hoch wie in der Stadt insgesamt. „Der SBV ist Flensburgs beste Mietpreisbremse“, befand Möller. Natürlich gebe es Mietsteigerungen nach Modernisierungen. Aber das Gros der SBV-Wohnungen (5800) liege unter 5,50 Euro Nettokaltmiete, die Durchschnittsmiete beim SBV betrage 4,74 Euro. Seit 2007 habe man im öffentlich geförderten Bau 490 Wohnungen erstellt (von 822 insgesamt) – und von den 474 in den kommenden Jahren geplanten seien fast 300 öffentlich gefördert.

Vor dem Abschied stehen die drei erfahrenen Banker, die die erfolgreiche SBV-Spareinrichtung drei Jahre lang angeschoben haben. Mit aktuell 61,7 Millionen Sparguthaben habe der SBV doppelt so viel Geld unter den Flensburgern eingesammelt wie erwartet. Banker Heinz Engelhaupt brachte den Vorteil auf den Punkt: „Eine Million Zinsen fallen nicht bei den Banken an, sondern bei den Sparern in Flensburg, die dem SBV das Geld leihen.“

 

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