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Auftritt am Sonntag : Satire zum Fest mit den Scheibners

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Lieder, aber auch Kommentare zur großen Koalition hat Hans Scheibner im Gepäck seines satirischen Weihnachtsprogramms „Wer nimmt Oma?“

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 13:07 Uhr

Alle Jahre wieder tourt der Kabarettist Hans Scheibner mit seinem Weihnachtsprogramm durch die Lande. „Wer nimmt Oma?“ heißt es. Am Sonntag gastiert der Hamburger mit seiner Frau Petra Verena Milchert-Scheibner und Tochter Raffaela Scheibner in Flensburg.

Auch am 25. und 26. Dezember sind Sie unterwegs mit Ihrem Programm und feiern nicht zu Hause Weihnachten..

Hans Scheibner: Ich bin mit dem Programm den ganzen Dezember in ganz Norddeutschland, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bis zum 28. Dezember jeden Tag unterwegs.

Sogar an den Feiertagen. Was sagt Ihre Familie dazu?

Die ist ja zum Teil dabei. Meine Frau und meine Tochter Raffaela spielen mit. Das ist eben so. Genau wie die Polizei oder die Feuerwehr – die können sich ja auch nicht sagen: Feiertag? Da dürfen wir nicht arbeiten.

Also ist das Familien-Konsens…

Ja, das machen wir schon lange. Und das macht uns auch Freude. Das ist doch eine sinnvollere Aufgabe als immer nur Glühwein zu trinken.

Wie groß ist Ihre Familie?

Meine Frau und vier Töchter. Die Älteste ist 26, und die Jüngste ist 18. Und dann haben wir noch eine Großmutter, die ist 99 Jahre alt. Das ist ja die Oma, um die es immer geht.

Wie verbringen Sie Heiligabend?

Wie eine ganz normale Familie. Wir werden Heiligabend uns hier im Familienkreis versammeln. Das ist ja so: Wenn man vier Töchter hat, dann hat man plötzlich auch noch vier neue Verwandte – meistens. Dann sitzen wir zusammen, wahrscheinlich wird eine Gans gegessen, wir haben einen Weihnachtsbaum und beschenken uns auch. Und außerdem ruhen wir uns aus von den vielen Auftritten, die vor und nach Weihnachten stattfinden. Denn das ist natürlich auch ein gewisser Stress.

Da sprechen Sie etwas an, das viele in der Weihnachtszeit beklagen: den Stress, den sie sich vielleicht selbst machen, mit Geschenke besorgen…

Das ist der Inhalt dieser Weihnachtsgeschichte zum Beispiel, die wir erzählen. Ich habe eine Weihnachtsgeschichte geschrieben: „Der Weihnachtsmann in Nöten“. Da geht es darum, dass dem Weihnachtsmann von der himmlischen Behörde vorgeworfen wird, er habe diesen ganzen Rummel mit Geschenken noch verstärkt und ist dafür verantwortlich. Deshalb wollten sie ihn entlassen, im Himmel.

Und in Ihrem Programm geht es um Lieder und Geschichten. Wie darf man sich das vorstellen?

Es geht um viele Sketche, das Komische an Weihnachten, die aber auch das Liebenswerte unterstreichen. Und es sind Geschichten. Eine Persiflage des Weihnachtsmärchens „Hänsel und Gretel“ ist dabei und satirische Weihnachtslieder.

Werden Sie auch aktuelle Themen ansprechen?

Jedes Weihnachten wird das Programm auch von politischen Dingen bestimmt, die werden darin karikiert; die Abhör-Affäre oder die große Koalition. Das ist ja auch eine „schöne Bescherung“. Es ist ein satirisches Weihnachtsprogramm.

Zum Thema „Große Koalition“: Was fällt Ihnen da ein?

Mir fällt zum Beispiel ein, wie schwer es für ein SPD-Mitglied sein muss, sich zu entscheiden, wenn es noch nicht mal wissen darf, welche Minister da auf uns zukommen: Bisher hat es da ja schon ganz schwere Reinfälle gegeben – Minister, die Steuern hinterziehen oder Minister, die Urkunden fälschen... Das ist ja im Moment die Situation der SPD-Mitglieder. Aber das wird bis Weihnachten wohl geklärt sein.

Sind Ihnen große politische Themen wichtiger als Alltagsthemen?

Das kann man so gar nicht trennen. Denn die großen politischen Themen, die greifen ja häufig auch in den Alltag aller Menschen ein. Natürlich kümmere ich mich bei meiner ganzen schriftstellerischen Arbeit doch mehr um den sogenannten kleinen Mann, zu dem ich mich auch zähle.

Wie gut kennen Sie Flensburg?

Ich kenne Flensburg so gut wie jeder andere Hamburger. Ich mache seit mindestens 40 Jahren Kabarett und bin schon oft aufgetreten in Flensburg. Die Galerie, das war ein kleines Kabarett, da gingen vielleicht 200 Leute rein, aber da waren sie alle – von Wolf Biermann bis Dieter Hildebrandt, und ich auch. Insofern habe ich an Flensburg gute Erinnerungen.

Dieter Hildebrandt haben Sie erwähnt. Haben Sie mit ihm gearbeitet?

Ich bin mit ihm zusammen aufgetreten, nicht so besonders oft, aber wir haben uns schon gekannt. Und ich finde, der Dieter Hildebrandt war noch mehr als ein Kabarettist, der war eine Säule der Demokratie in unserem Land, weil niemand so geschickt, so spitz und so treffend die Wahrheit gesagt hat.

Machen das die neuen Kabarettisten, die heute neudeutsch Comedians heißen, falsch oder nur anders?

Das ist ein Fehler, wenn Sie einfach sagen: Alle Kabarettisten sind Comedians. Es gibt als neuen Beruf die Comedians, die nicht so sehr politisch sind, sondern die entweder Quatsch oder Comedy machen. Da gibt es gute und nicht so gute. Es gibt aber auch gute politische Kabarettisten, zu denen zähle ich Dieter Nuhr oder Volker Pispers und Henning Venske.

Ist es Zufall, dass die häufig in Nordrhein-Westfalen zu Hause sind?

Das ist kein Zufall. Der Westdeutsche Rundfunk pflegt diese Kabarett-Szene sehr. Und da kommen natürlich auch große Leute her. Das begann früher schon mit Jürgen von Manger, und dann ist Hanns Dieter Hüsch dort groß rausgekommen. Der NDR hängt da ein bisschen hinterher.

Kann man sagen, dass es ein Humor-Gefälle gibt in Deutschland – vom Publikum her?
Das ist ein Vorurteil. Wenn die Leute immer bei jedem kleinen Scherz sich schon auf die Schenkel schlagen, dann ist das meiner Meinung nach noch kein Zeichen von Humor. Während die Norddeutschen viel standfester sind. Und wenn man die zum Lachen bringt, dann ist das vielleicht schwieriger. Aber das ist dann gerade ein Qualitätsmaßstab. Mit anderen Worten: den echten Humor, den hat der Norddeutsche.

Hans Scheibner, Wer nimmt Oma? Sonntag, 8. Dezember, 19 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr), Waldorfschule Flensburg.Vorverkauf bei eventim.de und in den sh:z-Kundencentern: Nikolaistraße 7, Fördestraße 20.

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