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Schlossstrasse und Harrisleer Strasse : Sanierung: Zwei zeigen, wie es geht

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Schloßstraße und die Harrisleer Straße wird für vorbildliche Maßnahmen ausgezeichnet. Weitere Projekte auf Duburg sind in den Startlöchern.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | Die beiden Häuser liegen nur 900 Meter voneinander entfernt, sind etwa gleich alt und haben eine ganz ähnliche Geschichte: Sie liegen beide in Quartieren mit eher geringem Sozialprestige, waren bis vor kurzem ziemlich heruntergekommen, wurden von ihren Besitzern auf eigene Kosten runderneuert und jetzt vom Sanierungsbeirat der Stadt für „Vorbildliche Sanierung“ ausgezeichnet.

Der Clou des Hauses Schloßstraße 48, Baujahr 1910, ist der Hinterhof. Hier gibt es neben einer großzügigen Holzterrasse eine ebenfalls hölzerne Freitreppe hinunter in einen kleinen, liebevoll gestalteten Stadtgarten mit Kräuterbeet und kleinem Rasen. „Hier trifft sich regelmäßig die Hausgemeinschaft, oft zum Grillen“, sagt Christian Schäfer, der das Haus aus einer Insolvenzmasse heraus günstig erworben und dann ganz überwiegend in Eigenleistung mit seiner Tischlerei saniert hat. Die Fassade wurde mit Sandstrahl gereinigt, die alten Balkone entfernt und neue gebaut, Schäfer hat alle Strom- und Wasserleitungen erneuert, doppelte Flügeltüren eingebaut, die Fußböden saniert.

„Wir haben viele junge Mieter“, freut er sich, „der ersten beiden Babys wachsen hier jetzt auf.“ In einer kleinen Wohnung im Erdgeschoss haben sich seine Auszubildenden „ausgetobt“ und Fußboden, Küche und Tisch mit viel Holz besonders aufwendig gestaltet; hier können die Mieter kurzfristig Besucher unterbringen.

Schäfer hat die Sanierung finanziell selbst gestemmt, hat auf öffentliche Förderung verzichtet, um unabhängiger zu sein. „Wir hätten ihn gefördert, hätten dann aber bestimmte Bedingungen stellen müssen“, sagt Petra Kuck, die bei der Gesellschaft für Stadterneuerung für den Stadtteil Duburg zuständig ist.

Noch gut drei Jahre dauert die Sanierungsphase; das ist auch Sicht der Stadtsanierung nicht mehr viel. Petra Kuck plant noch die Umgestaltung von Burgstraße, Königstraße, Bergstraße und Knappenstraße, genaue Pläne gibt es allerdings noch nicht. Neben der jetzt ausgezeichneten Schloßstraße 48 lobt sie die Projekte Bergstraße 6 und freut sich auf den Umbau der Bergstraße 33 von einem Arbeiterhaus zu einem modernen Stadthaus. Bei der Schloßstraße 33 deutet ein Gerüst auf bevorstehende Fassadensanierung hin, „auch wesentliche Fenster im Erkerbereich werden ausgetauscht“, so Kuck. Und fünf Häuser weiter ist schon wieder Christian Schäfer bei der Schloßstraße 43 aktiv. Ganz klar – auf Duburg passiert etwas.

Aber auch in der unteren Harrisleer Straße, die im Unterschied zur oberen noch etwas Rückstand bei der Erneuerung hat. Hier hat Kay Eggers aus einem ziemlich heruntergekommenen Haus mit gewerblicher Nutzung im Erdgeschoss ein reines Wohnhaus mit sechs Einheiten gemacht – zu bezahlbaren Mieten, wie er betont. „Das Haus war in einem sehr schlechten Zustand“, so Eggers, der Sanierungsaufwand war erheblich. Ein Nebengebäude im Hof sei abgerissen, ein neues Treppenhaus gebaut worden.

„Wir wollen vor allem die kleinteilige, private Sanierung auszeichnen, weil sie Vorbild für viele andere sein kann“, sagt Kurt Neumann als Vertreter des Sanierungsbeirates der Stadt. Für Petra Kuck ist die Umgestaltung des Eggers-Hauses in der Harrisleer Straße ein Beispiel dafür, dass man gewerbliche Leerstände im Erdgeschoss gut in Wohnungen umwandeln kann.

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