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Campus Flensburg : Sandberg: Das Flüchtlingsdorf kommt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gebäudeensemble für 600 Menschen entsteht an der Osttangente – und der Uni-Erweiterungsbau wird um 50 Prozent erweitert

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2015 | 19:03 Uhr

Uni-Präsident Werner Reinhart hatte gestern gleich mehrere Ministergespräche in Kiel – danach stand fest, dass der Campus um etliche Gebäude wachsen wird. Mit Wissenschaftsministerin Kristin Alheit vereinbarte die Uni am Vormittag eine Erweiterung des Uni-Erweiterungsbaus nahe der Osttangente. Um 2200 Quadratmeter, als um rund die Hälfte, soll das Gebäude wachsen, in dem vor allem die Lehrerausbildung untergebracht ist.

Am Nachmittag beriet Reinhart gemeinsam mit FH-Präsident Holger Watter und Bürgermeister Henning Brüggemann bei Innenminister Stefan Studt über die Pläne für eine Erstaufnahme für Flüchtlinge. Nachdem Stadt und Uni bereits ihre Zustimmung signalisiert hatten, war die Einigung nur noch Formsache: „Wir haben Einvernehmen darüber erzielt, dass es diesen Standort in sehr großer Nachbarschaft zur Universität geben wird“, so Reinhart. Damit bekommen nach Neumünster und Boostedt (zusammen 1350 Plätze) die Hochschulstandorte Flensburg, Kiel und Lübeck jeweils Erstaufnahmestandorte für 600 Flüchtlinge, der kleine FH-Campus Heide bleibt außen vor.

„Es gibt keinen Großauftrag und zwingend Modulbauweise“, sagte Reinhart weiter. An der Osttangente sollten mehrere Gebäude als nachhaltige Lösung entstehen – vorne Seminargebäude, Büros, Polizeiwache und Gesundheits- sowie Sozialräume und weiter im Süden das Wohnhaus. Eingezäunt werde das Dorf, das Ende 2016 fertig sein soll, um die Bewohner zu schützen, über deren Asylanträge in den sechs Wochen des Aufenthalts bereits entschieden werden soll. Die Asylsuchenden selbst sollen sich auch jenseits des Dorfes frei bewegen können. Bereits nach der Ankunft sollen auch die Qualifikationen der Flüchtlinge erfasst werden. Nach den Erfahrungen des Landes bleibt jeder Zweite langfristig in der Region. Die Wohnungen, in denen jeweils acht Flüchtlinge untergebracht werden, sollen später auch als Vier-Zimmer-WGs für Studenten nutzbar sein.

Innenminister Studt begrüßte die Offenheit von Stadt und Hochschulen. „Dies gibt uns die Sicherheit, dass wir den erwarteten Zustrom an Flüchtlingen besser bewältigen können. Die Campus-Lösung macht deutlich, dass wir nachhaltig planen und später eine optimale Nachnutzung gewährleisten können.“ Bürgermeister Brüggemann wertete die Vereinbarung mit dem Land als ein klares Signal, „dass die Stadt ihrer humanitären Aufgabe für Flüchtlinge nachkommt. Für uns ist es aber auch wichtig, dass die Aufnahmekapazität der Erstaufnahmeeinrichtung auf das Aufnahmekontingent Flensburgs angerechnet wird.“

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