Schifffahrtsmuseum Flensburg : Sägen hilft Segeln

Segeln dank Säge: Arndt Tietgen und Hayo Dethleffsen von HBK helfen dem Schifffahrtsmuseum von Vincent Büsch (v.l.).
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Segeln dank Säge: Arndt Tietgen und Hayo Dethleffsen von HBK helfen dem Schifffahrtsmuseum von Vincent Büsch (v.l.).

Neue Ausstellung im Schifffahrtsmuseum: Computer-gesteuerte Maschine baut Stationen für „Willst Du mit mir Segeln gehen?“

shz.de von
10. Mai 2015, 18:47 Uhr

Das neueste Stück Hightech in der Sägehalle könnte die Teile vermutlich in Nullkommanix liefern. Vor vielen Jahren machte ein hölzerner Bausatz aus Schweden Hayo Dethleffsen zum Segler: Ein Optimist, Mitbringsel des Vaters von einer Geschäftsreise, stellte nachhaltig den Kontakt zum Wasser her. Nichts anderes verfolgt der Inhaber der Baustoffhandlung HBK Dethleffsen, wenn er modernste Computer-gesteuerte Säge- und Frästechnik des Familienunternehmens für die diesjährige Sommerausstellung des Flensburger Schifffahrtsmuseums zur Verfügung stellt. An der Schleswiger Straße entstehen acht komplexe Spielstationen zum Thema „Willst du mit mir segeln gehen?“

Vincent Büsch, wissenschaftlicher Volontär des Museums, hat dieses neueste Projekt sehr bewusst an den (eigentlich schon 1929 geschriebenen) Sommerhit des Jahres 1961 angelehnt. Sommerlich leicht und frisch will das Schifffahrtsmuseum vor allem jungen Besuchern den Zugang zum Segeln öffnen und – am besten gemeinsam mit begleitenden Eltern- und Großeltern – den Blick auf die Geschichte des Wassersports lenken.

Die Dethleffsen-Techniker stellen zur Zeit nach Plänen der Hamburger Ausstellungs-Architektin Eva Stankowski die Bausätze für die aufwändig gestalteten Mitmach-Stationen her. In der Ausstellung sollen sie erfahrbar machen, was ein Segeltörn bedeutet – und wie man ihn vorbereitet. In fünf Audio-Stationen kommen erfahrene Segler zu Wort, die über ihren Zugang zum Wassersport berichten. Für Hayo Dethleffsen wurde es ein bleibendes Vergnügen. „Es ist diese Entschleunigung. In Sonderburg bin ich schon ganz weit weg.“

Die Idee kam Büsch und Museumsdirektor Thomas Overdick, als sie zur Kongelig Classic – der deutsch-dänischen Drei-Städte–Regatta – in einem Seefahrtscontainer eine kleine Segelausstellung mit dem Titel „Am Anfang war die Lust“ ausrichteten. „Wir hatten in nur zwei Tagen mehr als 800 Besucher“, sagt Büsch.

Das war eigentlich schon der Beginn der Planung. Overdick und Büsch gewannen den international renommierten Fotografen Jan von Holleben, der mit Kindern des Berliner Segelvereins Seglerhaus am Wannsee kunstvolle Collagen schuf, der Präsident des Deutschen Seglerverbandes Andreas Lochbrunner übernahm die Schirmherrschaft, Hayo Dethleffsen, den Overdick um technischen Rat fragte, fielen spontan die großen Möglichkeiten seiner neuen Maschine ein.

Am 19. Juni sollen alle Bausätze fertig sein und Lochbrunner wird die Ausstellung um 16 Uhr feierlich eröffnen. Sie wird dann noch eine ganze Zeit weitersegeln. Wenn sie am 4. Oktober in Flensburg schließt, geht sie auf die Reise zur Hanseboot und von dort durch die großen norddeutschen maritimen Museen in Stade, Cuxhaven, Wilhelmshaven und Rostock.

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