zur Navigation springen

Abschluss in Flensburg : Rumregatta mit allerlei Premieren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kultfest des Museumshafen mit internationaler Beteiligung / Erstmals Open Ship auf vielen Schiffen

Über 100 traditionelle Segelschiffe tummelten sich am Wochenende zur 37. Rumregatta im Hafen und auf der Innenförde. Das frühsommerliche Wetter mit blauem Himmel, elf Stunden Sonnenschein und kräftigem Wind aus Ost hob die Laune bei See- und Sehleuten. Erstmals öffneten Schiffsführer und Crew nach der großen Regatta am Sonnabend Stege und Luken für neugierige Gäste. „Fast alle Skipper haben mitgemacht beim Open Ship“, freut sich Sabine Große-Aust. Die Vorsitzende des Museumshafens Flensburg e. V. war eine von denen, die an Land erste Hilfe bei kleinen und großen Seglersorgen leisteten.

Bei einem ihrer Hilfseinsätze kam auch der neu errichtete Kran auf dem Bohlwerk zum Einsatz: „Wir wollten das Topsegel noch hübscher machen, aber dann hat sich unser Dannebrog mit dem Segel vertüdelt“, erklärt Karin Lewandowski. Zusammen mit ihrem Mann Carsten Schröder wollte die Wilsteranerin auf der „Baldur“ zur Wettfahrt starten. Mit Hilfe des Krans wurde der Mast gekippt und alles wieder entwirrt. Die „Baldur“ hatte den Start zwar verpasst, die Crew nahm es aber gelassen und genoss das Treiben an der Hafenkante.

Geboten wurde dort einiges, vieles – wie das „Open-Ship“-Angebot – als Premiere. Darunter das muslimische Gemeindefest, das zur Rumregatta auf die Museumswerft verlegt wurde. „Ein Hafen ist traditionell ein internationaler Ort. Das wollen wir wieder sichtbarer machen“, erklärt Große-Aust. Auch die drei neuen Kulturhütten, die an den drei Regattatagen unter anderem von der Flensburger Flüchtlingshilfe und der deutsch-griechischen Gesellschaft zu Flensburg genutzt wurden, sollen dazu beitragen. Sie bleiben, wenn die meisten Schiffe längst wieder Segel gesetzt haben – als Orte für Projekte und Aktionen.

Eine weitere Premiere gab es bereits am Freitagabend: Erstmals seit Beginn der Rumregatta wurden die Skipper offiziell von der Stadt Flensburg begrüßt. Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar lud dazu ins Schifffahrtsmuseum. Mit dabei war auch Museumshafen-Geschäftsführer Martin Schulz. Er behielt am Regattatag auf seiner „Sionnachan“ das Geschehen vom Wasser aus im Blick.

Kurz vor der Fahrt zum Startpunkt bereitete Schulz mit seiner Crew eine „Geheimwaffe“ vor. Im großen Rennen um den 2. Platz und die große Rumbuddel sei fast alles erlaubt, erklärt er. „Man darf hier zum Beispiel alles in den Wind hängen, was da ist.“ Da dürfen die Segelflächen auch schon mal mit einem Betttuch verlängert werden. Am Ende musste sich das relativ kleine Schiff aber geschlagen geben. Neben den großen Schiffen hätten sie einfach nicht genug Wind abbekommen, so Schulz.

Als Museumshafen-Geschäftsführer, der zur Rumregatta überall mit eingespannt ist, genoss er die Stunden als Teilnehmer auf dem Wasser. Schulz’ Fazit: „Es hat alles geklappt!“ Auch mit den Schiffen des Flensburger Segelclubs, die am Sonnabend zeitgleich zur Regatta auf der Förde ihre Saison mit einem Ansegeln eröffneten.

Vollauf zufrieden mit ihrer Fahrt war auch die Crew der neuen alten Errungenschaft des Museumshafens: Auf der „Greta“ hatten sie nach nur einer Probefahrt auf der Rumregatta die Segel gesetzt. „Den Mast haben wir erst vor ein paar Tagen gestellt“, berichtet Viola Skibbe vom Förderverein Elbkutter Greta e. V. „Sie ist großartig gesegelt“, bestätigte auch Skipper Hannes Lenz. Nur mit dem Motor lief es nicht ganz rund, so dass „Greta“ nach der Regatta in ihren Hafen zurückgeschleppt wurde, wo sie künftig Jugendarbeit leisten soll.

Einer der obligatorischen Höhepunkte jeder Rumregatta startete pünktlich um 18.30 Uhr auf der „Gesine“: die Preisverschleuderung, wieder einmal mit Ole Stichling, Skipper der „Aurora von Altona“. Mit launigen Reimen, prächtig aufgelegtem Publikum und etlichen 3-Liter-Flaschen Rum für die jeweils Zweitplatzierten endete der offizielle Regattatag. Die „Gewinner“ wurden mit Spielzeug-Gitarre, rosa Barbie-Regenschirm, herrlich kitschigem Porzellanschiff und ähnlichen Scheußlichkeiten geschmäht. Der Sonderpreis für die weiteste Anreise ging nach Polen an die Mannschaft der „Knipdul“. „Das ist ein Wanderpokal“, erinnerte der Laudator. „Ihr müsst also wiederkommen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen