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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 10:57 Uhr

Flensburger Förde : Rum-Regatta mit Melderekord

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Schon 110 Zusagen für das beliebte Traditionssegler-Treffen / Start am Himmelfahrtstag mit Gaffelmarkt

Ob sie sich das haben träumen lassen? Vor 35 Jahren, am Himmelfahrts-Wochenende, zog im Flensburger Hafen eine überschaubare Schar von Seglern auf ihren schon länger aus der Mode gekommenen Holzseglern die Plünnen hoch, um es dem Flensburger Establishment mal richtig zu zeigen. Das Bohlwerk war instandbesetzt, und die Stadtpräsidentin hatte die dort wild parkenden Segelfahrzeuge als Schrott bezeichnet.

Diese Urmutter aller Rum-Regatten sollte den Spießern zeigen, wie schön die Traditionssegelei aussehen kann. Am kommenden Himmelfahrtswochenende ist im Flensburger Hafen erneut zu besichtigen, dass die Protagonisten damals alles richtig gemacht haben. Die 35. Rum-Regatta wird Tausende Schaulustige und Hunderte Segler in Flensburg zusammenführen.

Es gibt einige gravierende Unterschiede zu damals. Einer davon: Es sind nicht zwölf Schiffe, sondern mindestens 110, die am Sonnabend in der Wasserslebener Bucht zu ihrer unernsten Geschwaderfahrt in See stechen, die traditionell und Material schonend unter dem Motto „Lieber heil und Zweiter als kaputt und breiter“ steht. Martin Schulz, Geschäftsführer der ausrichtenden Historischer Hafen Flensburg Gmbh, richtet sich in diesem Jahr auf mehr Teilnehmer als üblich ein. „Bei uns sind 110 Meldungen eingegangen. Normalerweise melden 80 Schiffe und am Ende kommen 110.“

Das ist einem Novum geschuldet. Erst- und wohl auch einmalig wird eine Woche später der Dachverband der dänischen Traditionssegler sein traditionelles Pfingstreffen in Flensburg veranstalten. Die höhere Zahl der Meldungen führt Schulz darauf zurück, dass etliche der dänischen Pfingstgäste schon eine Woche früher anreisen um an der Rum-Regatta teilzunehmen. Schulz freut sich auf wenigstens drei prächtige Marstal-Schoner, von denen in Dänemark noch viele in Fahrt sind.

Sie werden in Flensburg und auf der Förde eine bewährte und beim Landvolk außerordentlich beliebte Dramaturgie vorfinden: Die Flensburg-Fjord-Regatta führt am Freitag 30. Mai, vom Sammelpunkt der dänischen Teilnehmer in Sonderburg nach Flensburg. Am Sonnabend um 11 Uhr fällt der Startschuss zur Regatta, am frühen Abend folgt am Bohlwerk die kabarettreife „Preisvergeudung“, die die Vorsichtigen mit großen Rumrationen belohnt und die Ehrgeizigen mit Schmähpreisen bedient. Aus gutem Grund herrscht für die Betroffenen Preisannahmepflicht!

Drumherum und ab Donnerstag 10 Uhr geöffnet: der Gaffelmarkt. Hier wird traditionelle Handwerkskunst gezeigt. Es gibt Belustigung für Große und Kleine, dazu ganztägig handgemachte Musik auf der Gaffelmeile zwischen Bohlwerk und Hafenspitze.

Die Schipper und ihre Crews feiern Sonnabendabend im Gaffelzelt, dort probt auch öffentlich das Jekami (Jeder kann mitmachen)-Orchester. Die Rum-Regatta 2014 klingt am Sonntag aus. Eine Woche später startet am 6. Juni das dänische Traditionsseglertreffen, für das auch schon 67 Schiffe gemeldet haben.

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